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Wissenschaftsfreiheit und Vielfalt: Exzellente Forschung aus der Berlin University Alliance auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest

Stand des Diversity and Gender Equality Netzwerks (DiGENet) in der Berlin University Alliance auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest

Stand des Diversity and Gender Equality Netzwerks (DiGENet) in der Berlin University Alliance auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest
Bildquelle: Thomas Große

Wie wirken sich queerfeindliche politische Entwicklungen auf die Wissenschaftsfreiheit und internationale Forschungskooperationen aus? Diese Frage prägte den Auftritt der AG Queernetzwerke des Diversity and Gender Equality Netzwerks (DiGENet) auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest am 18. und 19. Juli in Berlin Schöneberg. DiGENet, eine strategische Initiative der Berlin University Alliance (BUA), vereint Forschende und Praktiker*innen, die sich für ein inklusives und chancengerechtes akademisches Umfeld einsetzen. Auf dem Stadtfest rund um die Motzstraße stellten die Queernetzwerke diversitätssensible Lehr- und Lernformate sowie Forschungsprojekte aus den Queer Studies und Gender Studies des Exzellenzverbunds vor. Der erstmalige Auftritt auf dem größten lesbisch-schwulen Stadtfest Europas bot die Gelegenheit, mit Besucher*innen sowie Gästen aus Politik und Wissenschaft über die Bedeutung von Diversität für exzellente Forschung und demokratische Resilienz ins Gespräch zu kommen.

News vom 24.07.2026

Wie queerfeindliche politische Entwicklungen bereits jetzt die Wissenschaftsfreiheit und internationale Forschungskooperationen beeinträchtigen, schilderte die Planetologin und Co-Koordinatorin des Queer Staff Networks der Freien Universität Berlin, Dr. Alicia Neesemann, der Senatorin für Wissenschaft, Gesund und Pflege des Landes Berlin, Dr. Ina Czyborra, die den Stand der Queernetzwerke im Exzellenzverbund besuchte. Der Kanzlerin der Freien Universität Berlin, Andrea Güttner, veranschaulichte Neesemann anhand einer für das Stadtfest eigens aufbereiteten „Legal Risk Assessment Map“ der US-amerikanischen Journalistin Erin Reed das Ausmaß LGBT*- und vor allem trans-feindlicher Politik in den USA. Die Mitarbeit Neesemanns, die selbst trans ist, an Projekten der NASA wird durch die jüngste Verschärfung trans*feindlicher Einreisebestimmungen der US-Regierung massiv eingeschränkt.

Die internationale Vernetzung geschlechtssensibler Forschung im Exzellenzverbund verdeutlichte auch die diesjährige Audre-Lorde-Gastprofessorin des DiGENets, Prof. Dr. Eva Cheng. Gemeinsam mit ihrer Gastgeberin, Prof. Dr. Petra Lucht, Sprecherin des Steering Committees Diversity and Gender Equality der Berlin University Alliance und Professorin für Gender in MINT an der Technischen Universität Berlin, unterstrich sie die Relevanz geschlechts- und diversitätssensibler Forschung für wissenschaftliche Integrität und Exzellenz, dem die Berlin University Alliance mit ihrem Mission Statement zu Equity, Diversity, Inclusion and Belonging (EDIB) Rechnung trägt.

Im Gespräch mit dem Senator für Finanzen sowie Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin, Stefan Evers, betonte die Kanzlerin der Freien Universität Berlin Andrea Güttner den wissenschaftlichen Wert diversitäts- und geschlechtsensibler Forschung im Exzellenzverbund. Pia Linscheid, Co-Koordinatorin des Queer Staff Networks der FU umriss die geringen Dimensionen geschlechtssensibler Forschung in Deutschland: Der Anteil von Professuren mit Gender-Denomination liege bundesweit bei unter 0,5 Prozent.

Dass die Gender Studies trotz ihrer geringen institutionellen Verankerung vielfältige und exzellente Forschung hervorbringen, zeigten die am Stand vorgestellten Forschungsprojekte aus der BUA: Das Charité-Projekt „Einsamkeit von LGBT-Personen: Gründe und Ansatzpunkte zur Unterstützung“ liefert wertvolle Hinweise zur Gesundheitsversorgung. Verónica Mota Galindo, Philosophin an der TU Berlin, stellte das studentische Forschungsprojekt „Mediendiskurs und Trans*Agency“ vor, das untersucht, wie sich die Darstellung von Trans*Personen in den Medien über die vergangenen Jahre verändert hat. Das Projekt war Teil der Ausstellung Poster im Bundestag, die exzellente studentische Forschungsprojekte einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Über Gender und Diversity Studies als Gegenstand öffentlicher Debatten sprachen Vertreter*innen der Queernetzwerke des DiGENets mit dem Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin, Alexander Straßmeir. Mit ihrer Orientierung an wissenschaftlicher Evidenz könnten die Gender und Diversity Studies – anders als von Gegner*innen behauptet – zur Versachlichung emotional geführter und polarisierter Debatten beitragen.

Dass exzellente Forschung mit der Gesellschaft, aber auch innerhalb der Wissenschaft lebt, zeigte sich auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest in der gemeinsamen Würdigung renommierter queerer Naturwissenschaftler*innen durch BUA und Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Prof. Dr. Oliver Hahn und Dr.-Ing. Friedrich Bake vertraten die BAM im Gespräch mit Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra.

Den Auftritt auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest hatte die DiGENet-AG Queernetzwerke ehrenamtlich organisiert. In der Arbeitsgruppe engagieren sich queere Netzwerke innerhalb der BUA dafür, institutionsübergreifend Safer Spaces für queere Personen und Themen zu schaffen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Zu den beteiligten Netzwerken gehören unter anderem das Queer Staff Netzwerk der Freien Universität Berlin und das QueerNetzwerk der Charité sowie studentische Initiativen wie die Queer Action Group (QuAG) für LGBTIQ+ Studierende an der Humboldt-Universität zu Berlin und das FLINTA-Referat für Studierende an der Technischen Universität Berlin.

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