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Studentische Forschung im Deutschen Bundestag: Acht BUA-Projekte bei der Ausstellung „Poster im Bundestag“

Für die Ausstellung wurden aus mehr als 100 Einreichungen 44 Poster ausgewählt – acht davon stammen von Studierenden der Berlin University Alliance

Für die Ausstellung wurden aus mehr als 100 Einreichungen 44 Poster ausgewählt – acht davon stammen von Studierenden der Berlin University Alliance
Bildquelle: Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur

Mit der Ausstellung „Poster im Bundestag – Wissenschaftsfreiheit: Die Freiheit zu forschen“ rückt der Deutsche Bundestag studentische Forschung in den Mittelpunkt. Zur feierlichen Eröffnung am 25. Juni diskutierten Vertreter*innen aus Wissenschaft und Politik darüber, welche Bedeutung Wissenschaftsfreiheit und forschendes Lernen für die Hochschulbildung haben.

News vom 01.07.2026

Die Ausstellung ist Teil des Erasmus+ Projekts Posters in Brussels, das Studierende aus ganz Europa mit politischen Entscheidungsträger*innen zusammenbringt, um über aktuelle Forschung ins Gespräch zu kommen. Für die Berliner Ausstellung wurden aus mehr als 100 Einreichungen bundesweit 44 Poster ausgewählt – acht davon stammen von Studierenden der Berlin University Alliance. Eröffnet wurde die Ausstellung von Andrea Lindholz, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Schirmherr der Ausstellung ist der Bundestagsabgeordnete Adrian Grasse.

Wissenschaftsfreiheit beginnt mit eigenen Fragen

Im Mittelpunkt der Eröffnung stand die von Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda moderierte Talkrunde „Wissenschaftsfreiheit und studentisches Forschen“. Adrian Grasse, Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, sowie Prof. Fatma Deniz, Präsidentin der Technischen Universität Berlin und Mitglied des Board of Directors der Berlin University Alliance, diskutierten auf dem Podium über die Bedeutung studentischer Forschung. Im Zentrum der Paneldiskussion stand die Frage, wann Forschung eigentlich beginnt. Für Bruder und Deniz dort, wo Studierende eigene Fragestellungen entwickeln. Damit dies gelingen könne brauche es Freiräume in denen Studierende einen typischen Forschungsprozess mit Ausprobieren, Verwerfen und Weiterentwickeln erleben dürften, so Fatma Deniz.

Sieben StuROPx-Projekte in der Ausstellung vertreten

Dass dieser Ansatz in der Berlin University Alliance gelebt wird, zeigt die Ausstellung auf beindruckende Weise: Insgesamt sechs der ausgestellten Projekte und damit fast alle aus der BUA wurden im Rahmen des Student Research Opportunities Programx (StuROPx) des Exzellenzverbunds gefördert. Das Programm ermöglicht, bereits während des Studiums eigene Forschungsfragen zu verfolgen und sich in authentische Forschungsprojekte einzubringen.

Einblick per Elevator Pitch

Einige per Los ausgewählte Projekte hatten anschließend zusätzlich die Gelegenheit, sich in kurzen „Elevator Pitches“ vorzustellen. Karim Walkusch stellte in 60 Sekunden das Projekt „UN-Sichtbare Menschenrechte im Aufenthaltsrecht" vor, das im Sommersemester 2025 gemeinsam mit Pia Bergelt an der Humboldt-Universität zu Berlin entstand. Darin wurde untersucht, inwieweit internationale menschenrechtliche Entscheidungen Eingang in die aufenthaltsrechtliche Rechtsprechung deutscher Verwaltungsgerichte finden. Die kurzen Pitch-Präsentationen machten neugierig auf die Ausstellung und luden dazu ein, im Anschluss mit den Studierenden an ihren Postern weiter ins Gespräch zu kommen.

Gelegenheit, eigene Forschung über Fachcommunties hinaus bekannt zu machen

Zu den in der Ausstellung gezeigten studentischen Forschungsprojekten aus dem Berliner Exzellenzverbund gehört die X-Student Research Group „Backlash Against Gender: Comparative Perspectives on Europe's Anti-Gender Politics“ an der Freien Universität Berlin. Anna Wobbe und Veronica Motta präsentieren dort Ergebnisse ihrer Forschung zum Mediendiskurs und zu Trans* Agency. Für Anna Wobbe bot die Teilnahme an „Poster im Bundestag“ vor allem die Möglichkeit, Forschung außerhalb der eigenen Fachcommunity sichtbar zu machen: „Unser Poster im Bundestag zu präsentieren war eine tolle Möglichkeit, das Forschungsprojekt aus StuROPx einem fachfremden Publikum zu vermitteln und mit Politiker*innen, aber auch anderen Studierenden darüber ins Gespräch zu kommen. Außerdem habe ich gelernt, wie man ein wissenschaftliches Poster gestaltet und in einem Elevator-Pitch vorstellt.“

Beeindruckt vom Interesse der Politik

Ebenfalls vertreten war das StuROPx-X-Tutorial „Medizinische Diagnostik durch KI – zwischen Innovation und rechtlichen Grenzen“ an der Freien Universität. Marlene Bamberg und Paula Altmann stellen auf ihrem Poster die Frage: „Wer haftet, wenn die KI sich irrt?“ und diskutieren Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz in der medizinischen Diagnostik. Marlene Bamberg zeigt sich beeindruckt vom Interesse der Politiker*innen: „Der direkte Austausch zum Beispiel mit Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz hat mir gezeigt, dass politische Entscheidungsträger*innen die gesellschaftliche Relevanz studentischer Forschung wahrnehmen und wertschätzen.“ Paula Altmann lobte die Gespräche mit anderen studentischen Teilnehmenden: „Unser Austausch und die spannenden Projekte haben noch mal vor Augen geführt, wie vielfältig studentische Forschung sein kann.“

Ausstellung bis 17. Juli geöffnet

Nach den Projektpräsentationen nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam mit den Studierenden zu erkunden und mit ihnen über ihre Forschung ins Gespräch zu kommen. Wer die Austellungseröffnung verpasst hat, kann die studentischen Forschungsbeiträge im Bundestag noch bis zum 17. Juli 2026 besichtigen. Nötig ist lediglich eine Anmeldung für einen regulären Besuch oder eine Führung. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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