“Afterlives of Empire” – ein Kunstprojekt reist von Berlin nach Oxford
Das Pitt Rivers Museum in Oxford
Bildquelle: privat
Eine der in Oxford entwickelten Arbeiten
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Vom 2. bis 6. Oktober reiste eine Gruppe von vier Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus Berlin und Hamburg nach Oxford, um im Pitt Rivers Museum und im Ashmolean Museum zu arbeiten.
News vom 06.01.2026
Anknüpfend an die erste Phase des Projekts „Afterlives of Empire – Encounters of Art and Academia”, das 2023 und 2024 stattfand, untersuchte die Gruppe das koloniale Erbe in akademischen Sammlungen in Oxford. Ziel war es, die während des Besuchs angefertigten Skizzen und Fotos weiterzuverarbeiten und Arbeiten zu entwickeln, die vom 5. bis 16. Oktober 2026 an der Humboldt-Universität zu Berlin gezeigt werden sollen. Die Gruppe wird wie schon beim letzten Mal Künstler*innen aus Oxford einladen, sich ihnen anzuschließen, und während der Ausstellung, die im Lichthof Ost der HU stattfinden wird, eine Podiumsdiskussion und (Schul-)Workshops durchführen. Die Ausstellung wird den Titel „Uncomfortable Truths – Art, Colonial Legacies, and Academic Collections” tragen.
Neben der Arbeit in den Museen von Oxford unternahm die Gruppe auch eine dekoloniale Führung durch das Ashmolean Museum und besuchte eine Ausstellung simbabwischer Künstler*innen, die Skulpturen als Reaktion auf die Rhodes-Must-Fall-Bewegung und die Statue des Kolonialherren Cecil Rhodes im Oriel College geschaffen hatten. Die Künstlerin Karin Stumpf führte außerdem einen zweiteiligen Schulworkshop durch, in dem sie einen Vortrag über Kolonialgeschichte hielt und anschließend College-Studierende des Cranford Community College anleitete, Linolschnitte mit Schwerpunkt auf ihrer eigenen Geschichte anzufertigen.
Kunst als Mittel zur Erforschung unangenehmen Erbes, mit einem Fokus auf Archivforschung, hat sich als äußerst produktiver interdisziplinärer Ansatz für die Bearbeitung der gemeinsamen britischen und deutschen Kolonialgeschichte erwiesen, in deren Mittelpunkt Oxford und Berlin stehen.


