Fellow Spotlight: Rosalyn Old
Rosalyn Old
Bildquelle: Rosalyn Old
Responsible Innovation Toolkit Boxes
Bildquelle: Rosalyn Old
Responsible Innovation Toolkit Cards
Bildquelle: Rosalyn Old
Playing the Future Foods Innovation Game at Berlin Science Week 2025
Bildquelle: Rosalyn Old
Future Foods Innovation Game
Bildquelle: Rosalyn Old
Um diesen Wandel voranzubringen, möchte Old Wege finden, wie Produzent:innen Prinzipien verantwortungsvoller Innovation ganz praktisch in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Um dieser Frage nachzugehen, hat ihr Projektteam eng mit Akteur:innen aus der Branche zusammengearbeitet, um theoretische Ansätze in die Praxis zu überführen. Das Ergebnis ist ein neu erschienenes Instrument—der „Protein Power: Toolkit for Responsible Protein Innovation“.
Old kam nach Berlin, um eine Postdoc-Stelle im RI-ProT-Projekt anzutreten. Ausschlaggebend sei dabei die Möglichkeit gewesen, „wieder in einem universitären Umfeld zu arbeiten, in dem Lehre und Forschung im Mittelpunkt stehen“, erklärt sie. Zuvor war sie in außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Vereinigten Königreich und in Deutschland tätig und lehrte an der University of Cambridge. Die Arbeit im Projekt sei für sie „auch eine großartige Gelegenheit gewesen, eine Reihe von Aktivitäten und Formaten zu entwickeln, die wissenschaftliche Forschung, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit miteinander verbinden.“ Dazu gehörten Workshops im Rahmen der Berlin Science Week und der Langen Nacht der Wissenschaften, für die sie ein gemeinschaftlich entwickeltes „Future Foods Innovation Game“ konzipierte.
Der Toolkit for Responsible Protein Innovation bot Old eine weitere Möglichkeit, ihre Kompetenzen in partizipativer Forschung und Wissenschaftskommunikation auszubauen. Die Entwicklung des Toolkits wurde vom Lab for Transdisciplinary Research gefördert. Dadurch konnte das RI-ProT-Team über drei interaktive Workshops hinweg einen Design-Thinking-Ansatz verfolgen und das Toolkit gemeinsam mit den Beteiligten entwickeln.
Das Toolkit richtet sich an Unternehmen, die alternative Proteinprodukte entwickeln, und besteht aus drei Kartensets. Die „Principle Cards“ erläutern die Bedeutung verantwortungsvoller Innovation im Kontext der Proteinwende. Die „Reflection Cards“ regen dazu an, die zugrunde liegenden Konzepte mit Blick auf das eigene Unternehmen eingehender zu diskutieren. Die „Action Cards“ wiederum helfen dabei, verantwortungsvolle Innovation in die Praxis zu übertragen, mit kurzen Übungen, die auf etablierten Methoden basieren. Alle Karten sind so gestaltet, dass sie sich unkompliziert in 10 bis 30 Minuten im Rahmen eines Teammeetings oder eines vergleichbaren Formats einsetzen lassen.
Die physischen Kartensets sowie digital ausdruckbare Versionen auf Deutsch und Englisch können Unternehmen inzwischen kostenlos anfordern. Für den 3. September 2026 ist außerdem ein digitaler deutschsprachiger Workshop geplant, in dem das Toolkit vorgestellt und gemeinsam ausprobiert wird. Informationen zur Bestellung des Toolkits und zur Teilnahme am Workshop sind auf der Website des RPI-Toolkits zu finden.
Auch außerhalb ihrer Tätigkeit im RI-ProT-Projekt ist Old in Berlins akademischer und kultureller Szene aktiv. „Der Fellows Club hat tolle Räume für Zusammenarbeit und Vernetzung mit einer lebendigen internationalen Community geschaffen“, sagt sie. Hinzu kämen „großartige Möglichkeiten, über die Postdoc Academy neue Kompetenzen zu entwickeln“.
Am meisten fasziniert sie an Berlin jedoch etwas anderes: „Es ist eine Hauptstadt mit so vielen Schichten, mit unzähligen Geschichten, die erzählt werden wollen, und ein Ort, an dem man unmittelbar erleben kann, wie eine Stadt und eine Gesellschaft von Komplexität und Wandel geprägt werden.“





