Forschung ohne Grenzen: Die Internationalisierung der Berlin University Alliance
Der Bereich „Internationalisierung“ ist ein Querschnittsbereich der Berlin University Alliance. Er bündelt die Kräfte der vier Verbundpartnerinnen, wenn es um die globale Ausrichtung geht. Hier werden die Leitlinien für internationale Strategien entwickelt, Partnerschaften wie mit Oxford, Melbourne oder Singapur vorangetrieben und neue Förderprogramme für Forschende auf den Weg gebracht. Geleitet wird der Bereich vom sogenannten Steering Committee, das sich aus je einer Expertin bzw. einem Experten der vier Verbundpartner*innen zusammensetzt: Herbert Grieshop (FU), Yoan Vilain (HU), Ulrike Hillemann-Delaney (TU) und Magnus Rüde (Charité). Das übergeordnete Ziel ist es, die gemeinsamen Ressourcen so zu bündeln, dass exzellente Forschung in einem globalen Netzwerk wachsen kann und Berlin als attraktiven Wissenschafts- und Innovationsstandort weltweit sichtbar zu machen.
Die Berliner Universitäten im Exzellenzverbund: Gemeinsam weltweit vernetzt
Seit Beginn seiner Karriere setzt sich Yoan Vilain für die wissenschaftliche Zusammenarbeit im europäischen und internationalen Raum ein. Vilain ist Mitglied Präsidiumsbeauftragter für Internationales und Europa an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist überzeugt, dass Internationalisierung ein zentrales Thema für die strategische Steuerung des Exzellenzverbunds ist. „Forschung ist per se international, weil wir uns mit globalen Herausforderungen befassen und einen länderübergreifenden Interessenaustausch pflegen“, erklärt er.
Einen großen Mehrwert des Berliner Forschungsverbunds sieht Vilain in den strategischen Partnerschaften mit Oxford, Melbourne und Singapur, die ganz nebenbei auch zu einer intensiveren Kooperation zwischen den BUA-Verbundpartnerinnen beitragen. „Zum Beispiel haben wir strukturierte Promotionsprogramme auf die Beine gestellt oder Forschungskooperationen, etwa zwischen Singapur, der HU und der Charité oder zwischen den drei Universitäten in Kooperation mit dem globalen Süden geschaffen“, berichtet er. „So haben wir eine bessere Verzahnung innerhalb Berlins durch Partnerschaften geschaffen, die eine einzelne Berliner Universität sicherlich nicht so bespielen könnte.“, kommentiert Vilain.
Eine neue Qualität der Internationalisierung sieht Vilain in der Kooperation von zwei Forschungsökosystemen – wie es aktuell zwischen Berlin und São Paulo geplant ist. „Wir sind in engem Austausch mit mehreren Wissenschaftseinrichtungen in São Paulo. Das bietet die Möglichkeit, etwas Neues zu pilotieren: nämlich eine Kooperation nicht nur als einzelne Einrichtung, sondern von Ökosystem zu Ökosystem, vielleicht sogar mit einem gemeinsamen Forschungsschwerpunkt.“
Für sein herausragendes Engagement im akademischen Austausch, insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland, wurde er im Juni 2025 mit dem „Ordre des Palmes Académiques“ gewürdigt – einem der höchsten Auszeichnungen in Frankreich für Verdienste um Bildung und Wissenschaft. „Das war sehr unerwartet, weil man sich um diese Auszeichnung nicht bewirbt, sondern vorgeschlagen wird“, erzählt Vilain. Es habe ihn sehr berührt, gerade, weil er aus nicht-akademischen Verhältnissen komme: „Ich bin der Einzige in meiner Familie, der studiert hat und mit einem entsprechenden Werdegang im akademischen Kontext.“ Die Auszeichnung habe er auch der HU zu verdanken, sagt er. „Die Universität hat mir etwas gebracht, das ich ihr gerne in meiner Funktion heute wiedergeben möchte.“

