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Nachbericht Becoming Porous On Water | Parcours in Zusammenarbeit mit dem Spreepark Art Space

Wie können wir zusammen mit dem Wasser lernen?

Wie fühlt sich eine symbiotische Lebensweise mit Wasser an?

News vom 12.06.2026

Diesen und weiteren Fragen ging der achte On Water | PARCOURS Becoming Porous in Kollaboration mit dem Spreepark Art Space am 6. Juni am Ufer der Spree nach. Im historischen Eierhäuschen, unter Beteiligung der internationalen Residency “Urban Streams” und an verschiedenen Standorten im Spreepark, in und an der Spree sowie beim freien Erkunden der wasserbedingten Welt des Treptower Parks, brachte der PARCOURS Stadtgesellschaft, Künstler:innen, interessierte Bürger:innen und Forschende der Berliner Wasserforschung zusammen. Es war ein Tag, der offenlegte, dass Wasser weit mehr ist als bloß eine Ressource, sondern ein Medium von Beziehungen, das uns alle verbindet.

Dies wurde vor allem im vielfältigen und multimedialen Programm mit Diskussionsformaten, Performances, Installationen sowie Workshops und Führungen deutlich. Das Programm eröffnete mit der interaktiven Konzertperformance “PEACES SO FAR” von FrauVonDa, die die Oder als Grenzfluss, Erinnerungsraum und Ort der Möglichkeiten erforscht. In der Verbindung zwischen Kunst, Wissenschaft und Diskurs, zeichnete die Performance die vielschichtigen Geschichten des Flusses als Lebensraum, politischen Schauplatz sowie Ort von Konflikt und Verbindung nach. Das Musik-Ensemble an Keyboard, Cello, Gitarre und Schlagzeug und Wasser als wesentlichem Resonanzkörper führte die Zuschauer:innen auf den Rhythmus des Wassers, auf die Spuren des Überhörten und Nicht-Gesehenen. Besonders die persönlichen Assoziationen und Einwürfe der teilnehmenden Wissenschaftler:innen machte die Performance besonders lebendig.

Wie gestaltet sich ein poröses Programm?

Der Spreepark Art Space lud gemeinsam mit den EUNIC-Partner:innen British Council, Finnland-Institut, Botschaft von Irland und Botschaft der Republik Estland zum Artist Talks der internationalen Urban Streams Resident:innen, Fionn Timmins, Hele Okkonen, Karel Koplimets und Marie-Louise Jones. Sie gaben Einblicke in ihre künstlerische und gestalterische Forschung zu urbanen Gewässern. Das Gespräch, moderiert von der Verantwortlichen des Residenzprogramms Temitayo Oni, nahm die komplexen Herausforderungen, denen diese heute ausgesetzt sind in den Blick. Das ganztägige Open Studio bot eine informelle Atmosphäre zum Austausch zwischen Resident:innen und Publikum. Hier konnten Werke und künstlerischen Prozesse aus nächster Nähe betrachtet werden. Parallel zu den Gesprächsformaten startete ein vielfältiges Programm an der frischen Luft. Einmal Teil eines Lachsschwarms zu werden wurde im LuckyLachs Parcours von Léon Gross und Jakob Kukula möglich. Kinder als auch Erwachsene verwandelten sich kreativ mittels schillernder Fischschuppen und erlebten die Welt aus der Perspektive eines Wanderfisches. Zeitgleich startete der Rundgang über die Baustelle des ehemaligen Spreepark Freizeitparks, geleitet von Jana Engel und Heidrun Bäumker aus dem Grün Berlin Team. Die Teilnehmenden folgten dem Weg des Wassers von der historischen Wildwasserbahn bis hin zu den nachhaltigen Speicher- und Bewässerungssystemen der Zukunft. Auch Fragen über die Zukunft des Parks tauchten auf.

Wie geht bei der Porosität die Tiefe nicht verloren?

In dem Spaziergang mit dem Titel “Fluide Identitäten und queere Ökologien” an die Spree bewegte Sarah Wenzinger die Teilnehmenden dazu Positionen auszuprobieren. In verkörperter, poetischer und ästhetischer Weise übersetze sie die hydrofeministische Theorie in ein erlebbares Vermittlungsangebot.

Wie die Spree klingt, machte Kate Donavan (mit Unterstützung von Lorena Carras) erfahrbar. Jede:r Besucher:in konnte sich persönlich auf das Unterwasserhören einlassen und dabei ungeahnte Klänge der Spree nicht nur hören, sondern auch verspüren.

Weitere Verbindungen von Wasser wurden im Mapping-Workshop “Notice, Weave, Repeat – Re-representing Spreepark’s Patchy Wetness Collectively” von der Freiraumplanerin Anna Neuhaus (TU Berlin) erlebbar. Die Teilnehmenden machten sich auf die Suche nach feuchten und fragilen Prozessen und Spuren in der Landschaft des Spreeparks. Gemeinsam hielten sie die gesammelten Spuren und Wahrnehmungen in einer Kartierung fest, welche zum Anschauungstück in der abschließenden partizipativen Gesprächsrunde “Methods for Care for Rivers” wurde.

Auf der Bühne nahmen Laura Betancur Alarcón (Doktorandin, HU Berlin IRI THESys), Kate Donovan (Künstlerin, post-doc Fellow 4A_Lab), Anna Neuhaus (Doktorandin, TU Berlin) und Isabel Bredenbröker (Researcher and lecturer at Universität Bremen, Sound Artist at On Water exhibition at Humboldt Labor) Platz, die in unterschiedlichen Methoden zu dem Sorge-Tragen von Flüssen, Wasser und Landschaft forschen und arbeiten. Die verschiedenen Herangehensweisen „narrating, listening, mapping und swimming“ verbanden die Forschende und Künstler:innen im Gespräch mit dem Publikum.

Die Moderation gestalteten Tobias Schmid und Sina Ribak, die das Publikum aktiv in das Gespräch einbezogen. Die Anwesenden brachten dadurch zahlreiche spannende Perspektiven und Denkanstöße zu den Leitfragen des Abends ein. Eine Auswahl:

Today, water feels to me like…

“life, refreshing, energy, rare, a human right, touristy, worldmaking”

A method of care for the Spree could be…

“To become porous”, “No waste, no noise, no light pollution”, “to let flow”, “love & money”, “To become enmeshed with water”

Laura Betancur Alarcón beleuchtete hydrosoziale Beziehungen, ganz praktisch am Beispiel von Flusssystemen in Kolumbien. Sie legte den Fokus auf den Zusammenhang von wirtschaftlichen Interessen, lokalen Interessengruppen und dem Fluss als Lebensraum und zugleich Wirtschaftsfaktor. Kate Donovan machte das Unterwasserhören über eine Live-Radioübertragung der Spree als kollektives Hörerlebnis erfahrbar. Auch lieferte sie spannende Hintergrundeinblicke in das Hören als wissenschaftliche Herangehensweise und die technischen Aspekte. Anna Neuhaus präsentierte das im Workshop zuvor gestaltete und entstandene Mapping der Wasserlandschaft des Spreeparks und reflektierte, welche Einblicke das Mapping als Methode mehr-als-menschlicher Landschaftsforschung liefern kann. Isabel Bredenbröker ergänzte die Runde mit ihrer Vorstellung von Schwimmpraktiken als Forschungsmethode und animierte das gesamte Publikum zum gemeinsamen Trockenschwimmen und so dem gemeinsamen Eintauchen in Wasserkörper. Die Abschlussrunde des Gesprächs wurde durch Anna Kubeliks skulpturale Arbeit “(In)Finite UNESCO” ergänzt, welche als Erinnerung an die Sensibilität und Fragilität des Wassers, die Teilnehmenden bei ihren Abschlussstatements begleitete.

Den Ausklang des Tages bildete ein gemeinsames Get-together mit Getränken und Fingerfood. Zu Gast war dabei auch die Initiative “Rechte der Spree”, die sich für die Anerkennung der Spree als eigenständiges Rechtssubjekt einsetzt – mit juristisch verankerten Rechten auf Existenz, Regeneration und Vertretung vor Gericht.

Damit wurde bereits ein thematischer Bogen zur Abschlussveranstaltung des „On Water. Parcours“ geschlagen, die am 6. September 2026 in der Floating University stattfinden wird. In Kooperation mit dem Confluence Festival und gemeinsam mit dem Performance-Kollektiv Organismendemokratie widmen wir uns der Frage nach den „Rechten der Spree.“

Save the Date – wir laden herzlich dazu ein, diesen besonderen Abschluss gemeinsam mit uns zu feiern.

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