Das Betreuungsverhältnis ist ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Abschluss eines Promotionsprojekts. Doch was genau macht gute Betreuung aus? Wie lässt sie sich definieren und bewerten?
Das Projekt „Gute Betreeungskultur“ lief von 2023 bis 2025 und hatte zum Ziel, den Austausch über den Betreuungsprozess zu fördern sowie die Promotionsbedingungen an allen Einrichtungen der BUA weiter anzugleichen und zu verbessern. Auf dieser Webseite finden Sie einen Überblick über die Projektstruktur und die erzielten Ergebnisse. Eine ausführlichere Darstellung bietet zudem der Abschlussbericht (auf Deutsch).
Ein mehrstufiger Ansatz für den Dialog
„Es ist wichtig, in einer offenen Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.“
— Teilnehmer*in einer Diskussionsrunde
Im Rahmen eines mehrstufigen Ansatzes hatten sowohl Promovierende (R1) als auch Betreuende die Möglichkeit, ihre Perspektiven auf das Thema Betreuung in einem datenbasierten und offenen Austausch einzubringen (siehe Abb. 1).
Die Diskussionsthemen wurden auf Grundlage empirischer Daten und direkter Rückmeldungen der Zielgruppen entwickelt.
Sie basieren auf Ergebnissen der nacaps – National Academics Panel Study, auf Rückmeldungen und Vorschlägen von Promovierenden sowie auf einer Umfrage der Berlin Leadership Academy (BLA) zu Betreuungspraktiken.
Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde im Verlauf des Projekts eine Expert*innengruppe eingerichtet, um die langfristige Wirkung und Verstetigung der Ergebnisse sicherzustellen.
Das Projekt erzielte sowohl nachhaltige Ergebnisse in Form gemeinsam entwickelter Produkte (wie der Videoreihe und der Doctorate Decision Platform, siehe unten) als auch Wirkungen auf Ebene der einzelnen Institutionen (z. B. durch neu etablierte Leitlinien zur Betreuung oder die Einführung eines Betreuungspreises).
Das Projekt basiert auf empirischen Daten, die an allen vier BUA-Einrichtungen erhoben wurden, und verknüpft die Perspektiven von Promovierenden und Betreuenden.
Der folgende Überblick zeigt den Aufbau des Dialogprozesses:
Diese mehrstufigen Diskussionsformate bildeten die Grundlage, um die Betreuungskultur weiterzuentwickeln und nachhaltige Maßnahmen zu identifizieren.
Zusammenfassend lassen sich die Ergebnisse des Projekts wie folgt darstellen:
Doctorate Decision Platform: Ein interaktives Online-Tool zur Unterstützung von Promotionsinteressierten bei ihrer Entscheidungsfindung. Nach der Beantwortung von rund 50 Leitfragen erhalten die Nutzer*innen individuelles Feedback, das sie dabei unterstützt, ihre Motivation, Erwartungen und Rahmenbedingungen im Hinblick auf eine Promotion zu reflektieren. Das Tool ist auf Deutsch und Englisch verfügbar, kostenfrei und ohne Registrierung nutzbar: https://www.soscisurvey.de/BUA-PEP
Videoreihe: Promovierende und Betreuende aus unterschiedlichen Fachbereichen und Institutionen teilen ihre Erfahrungen und Perspektiven entlang der verschiedenen Phasen der Promotion. Jedes Video widmet sich einer zentralen Etappe – Orientierung, Planung, Forschung, Schreiben, Abschluss und Verteidigung sowie dem Betreuungsverhältnis – und beleuchtet typische Herausforderungen sowie praxisnahe Lösungsansätze. Ein zusätzliches Video, Tipps von Expertinnen*, bietet hilfreiche Hinweise und Empfehlungen des Center for Junior Scholars.
Abschlussveranstaltung und Networking: Das Projekt wurde mit einer Abschlussveranstaltung am 15. Dezember 2025 beendet. Neben der Präsentation zentraler Ergebnisse und Produkte umfasste das Programm eine inspirierende Keynote von Gitte Wichmann-Hansen sowie eine Podiumsdiskussion. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung. Visuell begleitet wurde das Event durch Live-Sketches von Jana Kreisl.
Ein umfassender Abschlussbericht zur Dokumentation des Projekts wurde erstellt.
Die Einrichtung der Expert*innengruppe stellt sicher, dass die Projektergebnisse langfristig wirken und weiterentwickelt werden. Sie arbeiten fortlaufend an neuen Maßnahmen wie überarbeiteten Betreuungsrichtlinien, digitalen Tools und Formaten zur Stärkung der Betreuungskultur innerhalb der Berlin University Alliance.
Aus Sicht des Projektteams war die Initiative in zweierlei Hinsicht besonders erfolgreich:
Wir freuen uns auf die Möglichkeit, das Projekt im Rahmen der BUA 2.0 weiterzuführen.
Dr. Simone Bartsch, Referentin Services Promovierende & Postdocs, Promovierendendatenbank
Technische Universität Berlin
E: promoting-talent@berlin-university-alliance.de