Workshop mit der University of Chicago: Aesthetic Forms of Mindedness
Im März 2026 fand am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin ein dreitägiger Workshop zwischen Forschenden der University of Chicago und der BUA statt. Er wurde im Rahmen der Flexible Funds gefördert und von Prof. Dr. Matthias Haase (University of Chicago) und Prof. Dr. Jutta Müller Tamm (FU) veranstaltet.
Die Veranstaltung wurde an drei Tagen mit einem konstanten Kern von 20 Teilnehmern aus Chicago und Berlin (ergänzend: Potsdam und Leipzig) am Zentrum für Literaturforschung durchgeführt. Der Workshop bildet den Auftakt in einer Reihe von drei Treffen, in denen – ausgehend vom classical German thought – zentrale Fragen der Gegenwart adressiert werden: Social Forms of Freedom und Technological Forms of Agency werden im Juni/Juli 2026 folgen.
Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage, wie sich die ästhetischen und morphologischen Entwürfe um 1800 – insbesondere bei Kant, Hegel und Goethe – zu aktuellen formtheoretischen und ästhetischen Debatten verhalten, in denen Formen nicht nur als Strukturen der Kunst oder Literatur gehandelt werden, sondern als allgemeine Ordnungsprinzipien oder -muster, die in sozialen, politischen und kulturellen Bereichen gleichermaßen wirken. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Fragen und Probleme adressiert: die Zeitlichkeit der Form, das Verhältnis von ethischem und ästhetischem Urteil, die Funktion von Kritik (nicht zuletzt im Kontext neuere technologischer Entwicklungen wie AI/LLMs), das Verhältnis von praktischem Wissen und Äs-thetik, Form als weltorganisierendes Prinzip im Verhältnis zur Wahrnehmung von Form. Diskutiert wurde auch, inwiefern die historisch um 1800 im Bereich der Ästhetik entwickelten Modelle von Freiheit sich für aktuelle Konzepte von Freiheit produktiv machen lassen. Damit war zugleich die Brücke geschlagen zur Folgeveranstaltung, die sich Social Forms of Freedom widmen wird.

