Fellow Spotlight: Leander Nowack
Leander Nowack
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Book Release Event in February 2026
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Book Cover
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Nachdem er zunächst nach Berlin gezogen war, um Architektur an der Universität der Künste Berlin zu studieren, hat sich der Wissenschaftler eine ausgeprägte Vertrautheit mit der akademischen und gesellschaftlichen Vielfalt der Stadt erarbeitet. Neben seiner Tätigkeit in einer genossenschaftlich organisierten Architekturbürostruktur sowie seinem Engagement in einer NGO zur Unterstützung von Menschen auf der Flucht verfolgt Nowack das Ziel, durch seine eigene Forschung an der Technischen Universität Berlin eine kritische Reflexivität gegenüber seinem Berufsfeld aufrechtzuerhalten. Dort beschäftigt er sich, wie er selbst sagt, mit „räumlicher Gouvernementalität und den Architekturen der Exekutive, mit einem Schwerpunkt auf dem Verhältnis von Herrschaft und Architektur“ und untersucht zuletzt europäische Grenzinfrastrukturen als Fallstudien.
Die Publikation versammelt Beiträge von Bachelor- und Masterstudierenden der BUA und „führt unterschiedliche Ansätze zu Themen wie Grenzraum, Architektur, Technologie, Überwachung und Gewalt zusammen“, so Nowack, „wie sie in Seminaren an der Technischen Universität Berlin zwischen April 2024 und Juli 2025 diskutiert und entwickelt wurden.“ Für die Jahre 2024 und 2025 erhielt Nowack BUA-Fördermittel zur Konzeption und Leitung einer X-Student Research Group mit dem TitelMapping Governmental Architecture: New German Borders and Border Hinterlands, an der mehr als 20 Studierende beteiligt waren. Beiträge von NGOs wie Rolling Safespace e.V. und Blindspots e.V. sowie von weiteren Forschenden, die als Gastvortragenden in den Seminaren auftraten, finden sich ebenso im neu erschienenen Band wie ausgewählte Arbeiten der Studierenden.
Die X-Student Research Group ist ein Format des Student Research Opportunities Program der BUA, dass die Verbindung von Forschung und Lehre stärkt. Die X-Student Group habe es ihm ermöglicht, „den Umfang meiner Arbeit zu erweitern und mich gemeinsam mit zahlreichen Studierenden intensiv mit meinem Forschungsfeld auseinanderzusetzen“, so Nowack, was „die Vielfalt der Perspektiven und Ansätze erheblich bereichert“ habe. Im Laufe des akademischen Jahres beteiligten sich die Studierenden an Forschung, Diskussionen und Vorträgen und nahmen zudem an Exkursionen in urbane und ländliche Grenzräume entlang der deutsch-polnischen Grenze teil, wo sie Kartierungen, Notationen und Feldforschung durchführten.
Angesichts eines sich wandelnden Selbstverständnisses und zunehmenden finanziellen Drucks steht die Architekturforschung vor erheblichen Herausforderungen. Der Erfolg dieses Projekts sei daher auch auf spezifische Bedingungen der Berliner Forschungslandschaft zurückzuführen. „Die Berlin University Alliance mit ihren Förder- und Vernetzungsinitiativen war von unschätzbarem Wert“, betont Nowack, „da sie innovative und interdisziplinäre Forschungsansätze ermöglicht, Studierende einbezieht und Netzwerke schafft, um aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.“ Die Veröffentlichung des Bandes wurde zudem durch die Open-Access-Finanzierung der TU Berlin und der Berlin University Alliance, den Verlag Books People Places sowie die Grafikdesigner Jonas Gerber und Lea Verholen unterstützt.
Anlässlich der Veröffentlichung organisierte das Projektteam im Februar eine kleinere Konferenz mit anschließender Diskussion und Empfang an der TU Berlin. Die Veranstaltung brachte Studierende der X-Student Research Group, weitere Autor:innen, NGOs sowie interessierte Mitglieder der Öffentlichkeit zusammen, um aktuelle Entwicklungen der EU-Grenzregime und mögliche Zukunftsszenarien zu diskutieren. Nowack denkt bereits über die nächsten Schritte seiner Forschung nach und plant, „das Netzwerk weiter auszubauen und gemeinsam mit internationalen Rechtswissenschaftler:innen die Schnittstellen von Recht und Raum an europäischen Grenzen zu untersuchen.“
Auch persönlich ist Berlin für Nowack längst mehr als nur ein Arbeitsort geworden. Die Stadt sei für ihn zu einem Zuhause geworden, dessen komplexe und widersprüchliche Beschaffenheit ihm vertraut ist. Ein Ort, der dies exemplarisch veranschaulicht, ist der Teufelsberg – ein künstlicher Hügel, errichtet auf den Überresten einer nationalsozialistischen Militärhochschule und aufgeschüttet mit Trümmern des Zweiten Weltkriegs, der heute als Freizeit- und Tourismusort dient. Von der stillgelegten Abhörstation aus der Zeit des Kalten Krieges auf seinem Gipfel treten Berlins Motive „überlagerter Geschichten, fortwährender Umnutzungen und Widersprüche“ besonders deutlich hervor, so Nowack.



