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Foto_ALGP_2026 Eva Cheng

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Assoc. Professor Eva Cheng

Prof. Cheng ist eine herausragende Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin an der Schnittstelle von intersektionaler Diversität, inklusiver Ingenieurausbildung und soziotechnischen Systemen. Als Head of School (Professional Practice and Leadership) an der Faculty of Engineering and IT der University of Technology Sydney (UTS) gestaltet sie institutionelle Veränderungsprozesse durch inklusive Lehr- und Lernformate, gerechtigkeitsorientierte Curricula und transdisziplinäre Zusammenarbeit. Mit ihrer Promotion in Telekommunikationstechnik und mehr als 15 Jahren Erfahrung im Feld der Geschlechtergerechtigkeit in den MINT-Fächern verbindet sie technische Expertise mit kritisch-reflexiver Sozialforschung.

Als in Australien geborene Tochter von Migrant*innen aus Hongkong reflektiert Prof. Cheng ihre Positionalität als Frau, die im Ingenieurwesen Rassismus erfahren hat, in besonderer Weise. Ihre biografischen Erfahrungen prägen ihren Blick auf strukturelle Ungleichheiten und ihr Engagement, diese kritisch zu hinterfragen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Dekolonisierung der Ingenieurausbildung und die Frage, wie Hochschulen Zugehörigkeit für unterrepräsentierte Gruppen schaffen können. Von 2017 bis 2023 leitete sie das UTS Women in Engineering and IT Program, das mit einem breit angelegten Förderansatz von der Grundschule bis zum Berufseinstieg insbesondere junge Menschen aus sozial benachteiligten und ländlichen Regionen adressierte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen inklusive Lehre, intersektionale Geschlechtergerechtigkeit und soziotechnische Gestaltung. Sie leitete zahlreiche nationale und internationale Projekte, u.a. zwischen der HTW Berlin und der Swinburne University zur Geschlechtergerechtigkeit in neuen Technologien. Hinzu kommt ein durch stiftungsgefördertes Stipendienprogramm, das Studierenden mit erschwerten Zugangsbedingungen praxisnahe, an der Industrie orientierte Lernerfahrungen ermöglicht.

Prof. Cheng setzt sich mit Nachdruck für gemeinwohlorientierte Veränderung ein. Sie hat strategische Partnerschaften mit Engineers Without Borders Australia, RedR Australia, Engineering for Change und der African STEM Education Initiative aufgebaut und humanitäre ebenso wie indigene Perspektiven in die Ingenieurausbildung eingebracht. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach mit dem UTS Vice Chancellor’s Learning and Teaching Awards, dem National Engineers Australia Gender Equity Award sowie als Finalistin bei EQUALS in Tech Award dern UN Women und der International Telecommunication Union ausgezeichnet.

Ihre Arbeit macht deutlich, dass inklusive Innovation in Wissenschaft und Technologie nur dann tragfähig ist, wenn sie auf Gerechtigkeit, Zusammenarbeit und den Lebensrealitäten vielfältiger Gemeinschaften aufbaut.

Während ihrer Zeit als Audre-Lorde-Gastprofessorin

wird Prof. Cheng als Audre Lorde Gastprofessorin für intersektionale Diversitätsstudien von April bis September 2026 am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der TU Berlin zu Gast sein. Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Petra Lucht wird sie einen zwölfwöchigen Seminarzyklus zum Thema „Transdisziplinäre Wissenschaft und Technologie: Ansätze aus einer intersektionalen Rechtsperspektive“ anbieten. Ergänzt wird dieser durch eine intensive Workshopreihe zu Macht- und Privilegienstrukturen in wissenschaftlichen und technologischen Berufskontexten. Darüber hinaus wird sie eine Inaugural Lecture mit dem Titel „Die Rolle von Hochschulen bei der Schaffung intersektionaler Zugehörigkeit: Ein Fallbeispiel aus der MINT-Ausbildung im asiatisch-pazifischen Raum“ halten.

Weitere Formate mit Ihr sind in Planung.

Foto_ALGP_Eva Cheng Rechteckig

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Bildquelle: Bildquelle: Anna Zhou

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