ist Associate Professor für Arbeits- und Geschlechterstudien an der University of Cape Coast (Ghana). Seit 2022 ist Professorin Akorsu Dekanin der School for Development Studies. Zuvor leitete sie das Department of Labour and Resource Studies und war Forschungskoordinatorin am Centre for Gender Research, Advocacy and Documentation (CEGRAD), ebenfalls an der University of Cape Coast.
Ihre wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von dem Anspruch, Perspektiven sichtbar zu machen, die in dominanten Entwicklungsnarrativen häufig marginalisiert werden. Darüber hinaus setzt sie sich intensiv mit den philosophischen Grundlagen der Entwicklungsstudien sowie mit Fragen von Gender und Development auseinander und leistet so einen kritischen Beitrag zur Reflexion darüber, wie Fortschritt, Empowerment und Gerechtigkeit gedacht und gestaltet werden können.
Professorin Angela Dziedzom Akorsu ist Fellow des Diversity and Gender Equality Network (DiGENet) der Berlin University Alliance. Sie ist an der Freien Universität Berlin angesiedelt, wo sie das Masterseminar „Changing Epistemologies: Feminist African Philosophy of Knowledge“ lehrt und ein Konzept für künftige Kooperationsprojekte entwickelt. Ihr Forschungsfokus liegt auf Frauenarbeit in der digitalen Plattformökonomie. Sie untersucht, wie sich Geschlecht, Technologie und Arbeit überschneiden und wie digitale Plattformen die Erfahrungen von Frauen und anderen marginalisierten Gruppen in der Arbeitswelt prägen.
Ihre Antrittsvorlesung im Rahmen des Fellowships hielt Professorin Akorsu am 15. DiGENet-Netzwerktreffen und den DiGENet Dialogues „Sustainable Synergies: Uniting Gender, Diversity, and Global South Voices“ am 6. Mai 2025 unter dem Titel „Gender Division of Labour, Women’s Work and the Sustainability Question“. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, wie Frauenarbeit in Ghana geschlechtsspezifisch strukturiert ist und damit Nachhaltigkeit untergräbt. Sie führte aus, dass die Ursache dieser geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in einem hierarchisch organisierten System globaler kapitalistischer Ökonomien liegt, in dem Frauen – auch in Ghana – gefangen sind.
Weiter erläuterte sie, dass die Sustainable Development Goals (SDGs) bislang nicht in der Lage waren, diese Probleme zu adressieren, da sie selbst in die Logiken der globalen politischen Ökonomie eingebettet sind und deren Folgen nicht aufheben können. Nachhaltige Arbeit für Frauen ist nach Akorsu daher kein reines Gender-Thema, sondern eine ökonomische, soziale und ökologische Notwendigkeit, die einen grundlegenden wirtschaftlichen Wandel verlangt – einen Wandel, der auf geschlechtergerechten und dekolonisierten Ansätzen von Nachhaltigkeit basiert und in afrikanischen Realitäten, historischen Kontexten und kollektiven Kämpfen verankert ist.