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Internationale Expertise für Berlin

Vier international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen als Einstein Visiting Fellows Arbeitsgruppen an den Berliner Universitäten und der Charité auf

News vom 15.08.2019

Mit welchen Herausforderungen wird das liberale Ordnungsmodell konfrontiert? Wie verhilft das Verständnis enzymatischer Strukturen zu einer effizienteren Energieversorgung? Warum beeinflussen Nervenzellen unser Verhalten, und worin liegt die Kernaufgabe mathematischer Optimierung? Vier international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die von der Einstein Stiftung als Einstein Visiting Fellows gefördert werden, widmen sich von Januar 2020 an diesen spannenden Forschungsfragen in Berlin. Im Rahmen der Fellowships bauen die aus England, der Schweiz, den USA und aus Griechenland kommenden Forscherinnen und Forscher eine Arbeitsgruppe an der jeweiligen Berliner Gasteinrichtung – der Freien Universität, der Technischen Universität Berlin sowie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin – auf und arbeiten während mehrwöchiger Aufenthalte an innovativen Projekten.

So wird der Politikwissenschaftler Andrew Hurrell, Montague Burton Professor für Internationale Beziehungen an der University of Oxford, in die Forschungsvorhaben des Exzellenzclusters Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS) an der Freien Universität Berlin eingebunden.

Die Technische Universität Berlin profitiert zukünftig von der Expertise der herausragenden Chemikerin Anne-Frances Miller. Die Wissenschaftlerin zukünftig in die Aktivitäten des Einstein-Zentrums Katalyse involviert, das mit dem Exzellenzcluster Unifying Systems in Catalysis (UniSysCat) an der Technischen Universität Berlin und dem Sonderforschungsbereich „Protonation Dynamics in Protein Function“ an der Freien Universität Berlin kooperiert.

Panayiota Poirazi ist Biomedizintechnikerin und Professorin am Institut für Molekulare Biologie und Biotechnologie auf der griechischen Insel Kreta. Am Exzellenzcluster NeuroCure an der Charité-Universitätsmedizin Berlin unterstützt Poirazi fortan ein Forschungsvorhaben, in dem neuronale Mechanismen in Bezug auf Verhaltensflexibilität untersucht werden.

Diskrete Mathematik und mathematische Optimierung sind die Forschungsschwerpunkte von Robert Weismantel, Professor für Mathematik an der ETH Zürich und Leiter des Institute for Operations Research. Weismantel wird am Exzellenzcluster MATH+ der drei großen Berliner Universitäten forschen, das theoretische und angewandte Mathematik vereint.

Ebenfalls verlängert wurden die Fellowships von 13 Frauen und zehn Männern, die aus der Türkei, Syrien, dem Iran, Albanien und Ghana stammen. Mit dem Programm Wissenschaftsfreiheit, das im August 2018 startete, fördert die Einstein Stiftung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Krisengebieten, deren wissenschaftliche Freiheit in ihren Heimatländern eingeschränkt ist. Als Einstein Guest Researchers und Einstein Junior Scholars unterstützen sie – in einem Förderzeitraum von insgesamt bis zu zwei Jahren – Forschungsgruppen an den Berliner Universitäten und an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

In der Projektförderung finanziert die Einstein Stiftung zukünftig das Einstein-Forschungsvorhaben „Jewish Homosexual Modernism in the German Speaking World and in Mandatory Palestine/Israel”. Der Literaturwissenschaftler Andreas Kraß (Humboldt-Universität zu Berlin), die Literaturwissenschaftlerin Tamar Hess und der Historiker Moshe Sluhovsky (beide Hebrew University of Jerusalem) forschen zu der Hypothese, dass von 1890 bis 1945 ein neuer literarischer Kanon entstand, den sie als „jüdisch-homosexuelle Moderne“ bezeichnen.

Die Einstein Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau – und das seit mehr als zehn Jahren. Mit ihren fächer- und institutionenübergreifenden Förderformaten stärkt die Stiftung den Wissenschaftsstandort Berlin langfristig. Insgesamt 135 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – unter ihnen drei Nobelpreisträger – 66 Projekte und sechs Einstein-Zentren wurden bislang gefördert.