Quantencomputer sind keine schnelleren klassischen Rechner – sie ermöglichen ganz neue Rechenmethoden. Beispielsweise bei der Entwicklung neuer Medikamente könnten sie Probleme lösen, an denen heutige Computer scheitern.
Die Vorteile von Quantencomputern liegen also nicht in einer höheren Prozessorgeschwindigkeit, sondern darin, dass sie völlig neue Rechenmethoden ermöglichen, die klassischen Computern prinzipiell nicht zugänglich sind. Das erlaubt neue Rechenalgorithmen, die sehr große Probleme effizienter und dadurch schneller lösen können.
Das heißt bei Standardrechnungen, die auch ein klassischer Computer gut lösen kann, wird es sich wohl nie lohnen, einen Quantencomputer einzusetzen. Aber bei der Entwicklung von neuen Medikamenten beispielsweise könnten wir von der Rechenpower profitieren. Ähnlich wie in der Anfangszeit der Transistoren lässt sich heute noch kaum absehen, welche Möglichkeiten uns leistungsfähige Quantencomputer einmal eröffnen werden.
Du kommst aus der Schweiz, aber Berlin ist deine Forschungsheimat. Wie erlebst du die Berliner Forschungslandschaft?
Im Vergleich zu Zürich ist Berlin in erster Linie natürlich viel größer. Es gibt viele kostenfreie Angebote gezielt für Doktoranden. Ich habe zum Beispiel schon an einem Schreibkurs teilgenommen, an einem dreitägigen PhD Retreat und kommende Woche mache ich ein Workshop für 3D Modelling.