3D-Artist Hannelore Braisch hat Marcos Forschung interpretiert: Diamanten und Netzwerke aus Quantenlicht am Kottbusser Tor. Der Hintergrund: Quantenzustände können als rote Lichtteilchen versendet werden - die Grundlage von Quantenkommunikation.
Lieber Marco, herzlichen Glückwunsch, du bist Sieger des BUA-Ideenwettbewerbs im Bereich Quantum. Was hat dich bewogen, am Wettbewerb teilzunehmen?
Neben der Forschung an sich sehe ich Wissenschaftskommunikation als eine der Hauptaufgaben eines Wissenschaftlers. Forschung wird nicht nur aus Eigeninteresse oder für mögliche Industrieanwendungen betrieben. Wissenschaft ist ein Kulturgut und als solches soll es unseren Mitmenschen zugänglich gemacht werden. Forschung mit Kunst darzustellen, ermöglicht, komplexe Zusammenhänge herunterzubrechen und visuell ansehnlich und aufregend darzustellen. Als ich vom Ideenwettbewerb „Kunst trifft Wissenschaft“ gehört habe, sah ich es als eine einmalige Chance, meine Forschung der Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Dein Projekt heißt Sawfish Cavity – benannt nach der Nase eines Sägefisches. Wie kam es zu diesem Namen, und was hat es mit dieser besonderen Struktur auf sich?
Eine Cavity ist in unserem Kontext ein optischer Resonator. Resonatoren können Licht auf einem kleinen Gebiet einsperren und darin verstärken. Sie sind unverzichtbare Bausteine für optische Experimente und viele technische Anwendungen. Die anschaulichste Art, wie sie gebaut werden, ist, indem man zwei Spiegel einander gegenüberstellt. Wenn nun Licht zwischen diese Spiegel gelangt, wird es immer wieder hin und her reflektiert und dabei für eine Zeit zwischen den Spiegeln gefangen gehalten, bis es entweder absorbiert wird oder es doch aus den beiden Spiegeln entkommen kann. Wenn nun immer mehr Licht in die Cavity gelangt als entweicht, wird die Intensität des Lichts zwischen den beiden Spiegeln immer größer.
Mit der Sawfish Cavity hat unsere Forschungsgruppe eine neue Resonator-Struktur entworfen, die gute Eigenschaften im Vergleich zu schon etablierten Cavity-Strukturen zeigt. Außerdem können wir mit ihrer Hilfe Licht mit niedrigem Verlust weiterleiten, z. B. in ein Glasfaserkabel.