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Gabriela Schneider im THE BARN-Café

Gabriela Schneider im THE BARN-Café

Gabriela Schneider beschäftigt sich mit einem der meistkonsumierten Produkte der Welt – und mit den Ungleichheiten, die entlang seiner globalen Wertschöpfungskette entstehen.

Aufgewachsen in Poços de Caldas im Südosten Brasiliens – einer Region, in der Kaffeeanbau zum Leben gehört – hatte sie früh Kontakt zu den Menschen, die ihn produzieren: Farmer*innen, Händler*innen und Röster*innen.

Heute lebt Gabriela in Berlin und forscht als Doktorandin an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Handel und Konsum. Ihr Ziel: mehr soziale und ökologische Gerechtigkeit in den globalen Lieferketten – und ein kritischer Blick auf die Kriterien, nach denen Kaffeequalität bewertet wird.

Gabriela argumentiert, dass im boomenden Specialty-Sektor oft ästhetische Merkmale wie Geschmack, Exklusivität und Storytelling im Vordergrund stehen – während faire Arbeitsbedingungen, Rückverfolgbarkeit oder ökologische Standards zu wenig Beachtung finden. Diese Verschiebung sei Ausdruck tiefer liegender Machtverhältnisse im neoliberalen, globalisierten Ernährungssystem.

Neben einem Master in nachhaltiger Entwicklung und einem Bachelor in internationalem Handel an der Universidade Federal Rural do Rio de Janeiro bringt Gabriela fundiertes Praxiswissen mit: Zertifikate in Kaffeeexport, sensorischer Analyse und Barista-Skills.

Im Interview spricht sie über das Paradox der Kaffeewertschöpfung, den Einfluss politischer Konsumentscheidungen – und warum die Zukunft des Kaffees nur gerecht sein kann, wenn sie dekolonial gedacht wird.