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So geht Wissenschaft auf Social Media

sciencefluencer award

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Bildquelle: Berlin University Alliance

Drei Forscherinnen aus dem Berliner Exzellenzverbund sind im BUA-Wettbewerb „Berlin sucht den Sciencefluencer “ ausgezeichnet worden

News vom 06.06.2024

Die Biologin Anja Bergmann von der Freien Universität Berlin ist „Sciencefluencerin 2024“. Sie setzte sich in einem von der Berlin University Alliance (BUA) initiierten Wettbewerb gegen zahlreiche Konkurrent*innen durch. Die Verhaltensökologin erforscht am Museum für Naturkunde Berlin das herbstliche Schwarmverhalten von Fledermäusen und wie die Tiere miteinander kommunizieren.

Für den Wettbewerb berichtete Anja Bergmann in den vergangenen sechs Monaten auf der Social-Media-Plattform LinkedIn von ihrem Alltag als Forscherin und Doktorandin und teilte ihr Wissen über Fledermäuse auf kreative Weise – etwa mit dem Adventskalender „Batvent“. Den zweiten Preis des Wettbewerbs erhielt die Psychologin und Kriminologin Stefanie Giljohann von der Technischen Universität Berlin. Sie beschäftigt sich mit Kriminalprävention und untersucht unter anderem digitale Kriminalität und häusliche Gewalt. Der dritte Preis ging an die Soziologin Leonie Reuter von der Freien Universität Berlin, die sozialwissenschaftliche Aspekte des Klimawandels erforscht.

130 Forschende hatten sich beworben

Im vergangenen Sommer hatte die BUA den Wettbewerb um die beste Social-Media-Präsenz im Berliner Forschungsraum ins Leben gerufen. Unter der Überschrift „Berlin sucht den Sciencefluencer“ waren Studierende und Forschende aus der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin aufgerufen, sich für ein Trainingsprogramm zu bewerben und ins Rennen um den Titel „Sciencefluencer 2024“ einzusteigen. Das Ziel der Initiative war es, der Wissenschaft und den Protagonist*innen aus dem Exzellenzverbund mehr Sichtbarkeit zu verleihen und Forschungsinhalte zugänglich und attraktiv zu kommunizieren.

Mehr als 130 Studierende, Promovierende, Postdocs und Professor*innen waren der Einladung gefolgt und hatten sich beworben. Nach einer Vorauswahl durch die BUA-Jury qualifizierten sich 15 Teilnehmende für das Programm, das im November 2023 startete. Über einen Zeitraum von sechs Monaten lernten sie viele Tricks und Werkzeuge kennen, um eine erfolgreiche professionelle Social-Media-Präsenz aufzubauen und möglichst viele Menschen für wissenschaftliche Inhalte zu begeistern. In dieser Zeit kreierten die Forschenden mehr als 200 Posts, die bisher über 300 000 Mal gesehen, gelikt oder kommentiert wurden. 

Wissenschaft statt Fake News

Wie kann die eigene Forschung verständlich kommuniziert und über die Grenzen der eigenen Universität und Wissenschaftscommunity hinaus sichtbar gemacht werden? Wie können Social Media-Kanäle dafür optimal genutzt werden und wie geht man auch mit den Kehrseiten dieser Kommunikationsform um? Die Corporate Influencerin Irène Kilubi vermittelte in acht Workshops, welche Strategien und welches Knowhow dafür notwendig sind.

„Die Mehrheit vertraut der Wissenschaft“, sagte die Social-Media-Expertin und Forscherin Alison Pinto bei der Preisverleihung des Sciencefluencer Awards. Die Physikerin ist wissenschaftliche Koordinatorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und hat 2022 mit weiteren Doktorand*innen des Graduiertenkollegs „Rethinking Quantum Field Theory“ den YouTube-Kanal „Non-Standard Models“ ins Leben gerufen. Inzwischen ist das Team auch auf weiteren Social-Media-Kanälen aktiv und vermittelt erfolgreich und auf unterhaltsame Weise komplexes Wissen aus der Physik. Gerade in den sozialen Medien müsse Wissenschaft präsent sein und den sich rasant verbreitenden Fake News und Verschwörungstheorien Fakten und Wissen entgegensetzen, sagte Pinto.

An wen der Titel „Sciencefluencer 2024“ vergeben wird, wurde in einem mehrstufigen Verfahren entschieden. Neben einer Fachjury aus drei Medien- und Social-Media-Expert*innen und einem Wissenschaftler konnten auch die Sciencefluencer die Leistungen ihrer Mitbewerber*innen benoten. Bewertet wurde zudem die Performance der geposteten Beiträge – wie etwa die Anzahl der Likes und Kommentare sowie Beitragsreaktionen. 

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