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DiGENet AG Kritische Perspektiven

Die Arbeitsgruppe „Kritische Perspektiven“ spielt eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der inhaltlichen Grundlagen des DiGENet, indem sie einen reflexiven, intersektionalen Ansatz für die Diversitätsforschung vorantreibt. Ihr Kernziel ist es, die kritische Auseinandersetzung mit Institutionen, Systemen und Machtverhältnissen als Querschnittsthema innerhalb der Berlin University Alliance (BUA) und des breiteren Berliner Forschungsumfelds zu etablieren. Durch die Auseinandersetzung mit der Reproduktion struktureller Ungleichheiten im akademischen Kontext trägt die Gruppe dazu bei, kritische Diversitätsstudien als wesentlichen Bestandteil institutioneller Transformation zu verankern. In enger Zusammenarbeit mit anderen DiGENet-Arbeitsgruppen liefert die Gruppe „Kritische Perspektiven“ konzeptionelle Orientierung und methodische Grundlagen.

Dies wurde besonders deutlich im Wintersemester 2021/22, als die Gruppe – zusammen mit der Audre-Lorde-Gastprofessorin Prof. Maisha Auma – eine Reihe von Labortreffen veranstaltete, die sich mit drei zentralen Dimensionen der intersektionalen Diversitätsforschung befassten. Das erste Labortreffen, das gemeinsam mit der DiGENet-Arbeitsgruppe „Konzeptarbeit” organisiert wurde, konzentrierte sich auf die Hinterfragung des Diversitätsbegriffs selbst. Durch den vergleichenden Umgang mit verwandten Konzepten wie Inklusion, Dekolonialität, Intersektionalität, funktionaler Diversität und (Super-)Diversität legte die Gruppe den Grundstein für ein gemeinsames Vokabular der kritischen Diversitätsforschung innerhalb von DiGENet. Die zweite Sitzung kartierte mit Unterstützung des Zentrums für Inklusionsforschung der HU Berlin bestehende und geplante Datenerhebungen zu Diversität und Diskriminierung an BUA-Einrichtungen. Dies führte zur Entwicklung einer ersten vergleichenden Übersicht, einschließlich der Einführung eines neuen Diagnosetools – dem Diversity Minimal Item Set – durch Genderforscher der Charité. Das dritte Lab-Treffen, das gemeinsam mit der Arbeitsgruppe zum Thema Didaktik organisiert wurde, brachte wichtige Akteure aus allen großen Berliner Universitäten zusammen, um Strategien zur Einbettung intersektionaler Diversitätsinhalte in alle drei Phasen der Lehrerausbildung zu erörtern, wobei eine „Toolbox” zur Weitergabe bewährter Verfahren als Leitfaden diente.