Angebote für Geflüchtete

Die Berliner Universitäten und die Charité – Universitätsmedizin Berlin unterstützen Flüchtlinge bei der Aufnahme eines Studiums und den ersten Schritten in der neuen Heimat

Viele Studierende engagieren sich in der Flüchtlingshilfe, zum Beispiel als ehrenamtliche Deutschlehrer.

Viele Studierende engagieren sich in der Flüchtlingshilfe, zum Beispiel als ehrenamtliche Deutschlehrer.
Bildquelle: Annika Middeldorf

Wie bewerbe ich mich um einen Studienplatz? Welche Nachweise brauche ich, um mein Studium fortzuführen? Wo in Berlin kann ich Architektur studieren und was ist ein Gasthörerprogramm? Geflüchtete, die in Deutschland ein Studium aufnehmen möchten, haben viele Fragen. Um den Geflüchteten den Einstieg ins Studium zu erleichtern, haben die drei großen Berliner Universitäten vielfältige Unterstützungsangebote entwickelt.

Mit ihren Programmen Welcome@FUBerlin, Refugees Welcome an der HU und dem In(2)TUBerlin bieten sie seit Herbst 2015 Hilfe für Geflüchtete an, die ihren akademischen Bildungsweg in Berlin fortsetzen oder ein Studium aufnehmen möchten. Um Geflüchtete bei der Orientierung an der Hochschule zu unterstützen, sind vor allem die Studienberatungsstellen der Hochschulen gefragt, sie sind für viele studieninteressierte Geflüchtete der erste Kontakt zu den Universitäten.

Deutschlernen als wichtiger Erfolgsfaktor

Insgesamt haben sich an den drei Berliner Universitäten bereits mehr als 1800 Geflüchtete zu Studienmöglichkeiten beraten lassen, etwa 700 nehmen an den Programmen teil (Stand: August 2016). Um die Programme gemeinsam weiterzuentwickeln und von den Erfahrungen der anderen zu lernen, tauschen sich die Verantwortlichen der Programme in regelmäßigen Abständen untereinander aus. Auch Angebote und Programme für geflüchtete und gefährdete Wissenschaftler gehören zu den Themen, die die Verantwortlichen gemeinsam besprechen und ausführen.

Studieninteressierten Flüchtlingen den Einstieg in ein reguläres Studium zu erleichtern, ist das Ziel des Studienkollegs der Technischen Universität Berlin und des Studienkollegs der Freien Universität, an dem auch Bewerber der Humboldt-Universität ausgebildet werden. Besonders das Deutschlernen ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn die deutsche Sprache zu beherrschen, bedeutet für Flüchtlinge nicht nur, sich in ihrer neuen Heimat besser zurechtzufinden. In vielen Studiengängen zählen ausreichende Deutschkenntnisse zu den Voraussetzungen, um ein reguläres Studium aufnehmen zu können. Neben den Sprachkenntnissen brauchen Bewerber für eine Immatrikulation häufig zudem besondere Kenntnisse für ihr Wunschfach. Auch diese fachliche Vorbereitung bieten die Studienkollegs für alle, die diese Kenntnisse nicht in ihrer Hochschulzugangsberechtigung nachweisen können.

Ein Studieninteressent für Pharmazie etwa belegt Kurse für Naturwissenschaften, ein angehender Publizist geisteswissenschaftliche Kurse. Auch diese fachspezifische Ausbildung und Studienvorbereitung leistet das Studienkolleg, das über ein Jahr lang besucht und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Unterstützt werden die Sprach- und Vorbereitungskurse der Studienkollegs vom Berliner Senat sowie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Viele engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe 

An den Berliner Universitäten engagieren sich viele Menschen für Geflüchtete: Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulverwaltung, Professorinnen und Professoren und wissenschaftliche Nachwuchskräfte setzen sich in einer Vielzahl von Projekten für Flüchtlinge ein.

Als Mentorinnen und Mentoren erleichtern sie Flüchtlingen das Ankommen in der neuen Heimat, zeigen den Neuankömmlingen den Campus, helfen ihnen – manchmal auch als Übersetzer – bei der Hochschulbürokratie und erklären ihnen Studienordnungen und -aufbau.

An der Freien Universität gibt es außerdem kostenfreie Schulungen für ehrenamtliche Deutschlehrer. Im Kultur Café der Technischen Universität Berlin gibt es jeden Monat Informations- und Kennenlernveranstaltungen für geflüchtete Studierende. Als eine der studentischen Initiativen startete vor drei Jahren die Refugee Law Clinic Berlin an der Humboldt-Universität. Neben einer Vorlesungsreihe, in der Studierende das Asyl- und Aufenthaltsrecht kennenlernen, bietet der Verein kostenlose und kompetente Rechtsberatung für Geflüchtete und Migranten in Berlin an.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin bietet den Geflüchteten medizinische Hilfe an. Mit der Aktion Charité hilft nimmt das Universitätsklinikum seit September 2015 seine Verantwortung für die medizinische Versorgung von Geflüchteten an verschiedenen Stellen in Berlin wahr und unterstützt Aktivitäten auf Landes- und Bezirksebene. Ziel ist es, die medizinische Versorgung der Geflüchteten zu verbessern und deren ärztliche Grundbetreuung zu sichern.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu den Flüchtlingsprogrammen der Hochschulen finden Sie unter: