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Macht begrenzen, Verantwortung teilen – BLA Open Lecture zu Machtmissbrauch und Departmentmodellen an Universitäten

Wie können Universitäten persönliche Abhängigkeiten verringern und Machtmissbrauch wirksamer begegnen? Welche Möglichkeiten bieten Departmentmodelle? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Open Lecture „Universität anders organisieren: Können Departmentmodelle Machtmissbrauch begrenzen?“ am 7. Oktober 2026 an der Freien Universität Berlin. Die Berlin Leadership Academy der Berlin University Alliance hatte dazu Prof. Dr. Daniel Leising und Prof. Dr. Tobias Rosefeldt eingeladen.

News vom 08.10.2026

Leising, Professor für Diagnostik und Intervention an der Technischen Universität Dresden, beleuchtete die Ursachen von Machtmissbrauch im Wissenschaftssystem. Dabei richtete er den Blick auf das Zusammenspiel von individuellen Verhaltensweisen, den Reaktionen des Umfelds und institutionellen Bedingungen. Persönliche Abhängigkeiten, Fehlanreize sowie schwache Kontroll- und Sanktionsstrukturen könnten dazu beitragen, dass Fehlverhalten geduldet werde. Die Angst vor beruflichen Nachteilen erschwere es Betroffenen und Zeug*innen, Missstände anzusprechen.

Rosefeldt, Professor für Klassische Deutsche Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, stellte anschließend das Departmentmodell als möglichen Reformansatz vor. In diesem Modell werden Personalstellen und Ressourcen auf Institutsebene gebündelt. Ziel sei es unter anderem, die Abhängigkeit von einzelnen Professor*innen zu verringern und verlässlichere Karriereperspektiven zu schaffen. Am Institut für Philosophie der HU Berlin wird ein solcher Umbau schrittweise umgesetzt. Rosefeldt betonte, dass das Abgeben und Teilen von Macht Vertrauen erfordere. Ebenso wichtig seien eine sorgfältige zeitliche und inhaltliche Gestaltung des Übergangs.

Die Beiträge zeigten zugleich die Grenzen organisatorischer Reformen auf: Departmentstrukturen verhindern Machtmissbrauch nicht automatisch. Auch dort braucht es wirksame Schutz- und Kontrollmechanismen. An die beiden Vorträge schloss sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum aus allen vier Verbundpartnerinnen der Berlin University Alliance an.

Die Initiative zur Veranstaltung ging auf Prof. Dr. Stefan Krumm, Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie der FU Berlin, zurück. Die BLA dankt ihm für den Anstoß, den Referenten Daniel Leising und Tobias Rosefeldt für ihre Beiträge sowie allen Gästen für die engagierte Diskussion.

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