Springe direkt zu Inhalt

TD-Lab Funding Program – die zweite Kohorte

Diese 15 Projekte werden 2026 gefördert:


Co-designing research into culturally responsive AI for extracurricular activities in primary schools: dual workshops in Germany and China

Ansprechperson: Dr. Haiqin Ning (Freie Universität Berlin)

Das Projekt untersucht die Möglichkeiten und Grenzen von KI bei der Steigerung der kulturellen Sensibilität außerunterrichtlicher Aktivitäten in Grundschulen in Deutschland und China. Zwei Ko-Design-Workshops – einer in Berlin und einer in Peking – werden Forscher*innen, Pädagog*innen, Kinder, Eltern, politische Entscheidungsträger*innen und KI-Expert*innen zusammenbringen. Darin werden die Teilnehmenden Bedürfnisse, Möglichkeiten und Prioritäten identifizieren, die in eine partizipativ gestaltete Forschungsagenda münden.


Wiederverwenden, aushandeln, gestalten: Governance- und Materialpfade für zirkuläres Bauen

Ansprechpersonen: Jesco Lippke, Püren Bahcivan, Jonathan Hoff (Technische Universität Berlin)

Kontakt: campuscommonscollective@gmail.com

Das Arbeitsprogramm setzt eine transdisziplinäre Workshop-Reihe um, die Re-Use-basierte Ansätze für bezahlbares studentisches Wohnen weiterentwickelt und in Anwendung überführt. Ausgangspunkt sind Entwürfe und Analysen aus dem Campus as Commons Studio. Ziel ist, Ergebnisse gemeinsam mit Praxisakteur*innen, Verwaltung und Wissenschaft zu konsolidieren, zu konkretisieren und handlungsfähig zu machen. In ko-kreativen Formaten (Szenario-Canvas, Design Thinking, Co-Design-Board) werden technische, rechtliche, organisatorische und governance-bezogene Transformationspfade für adaptive Umbauten erarbeitet.

Instagram: https://www.instagram.com/campusascommons


HOPE-IBD: Erfahrungsexpertise von Patient*innen für relevante präklinische Modelle im Bereich chronisch entzündlicher Darmerkrankungen

Ansprechpersonen: Dr. Emma Luise Pietsch, Dr. Natascha Drude, Sophia Rotter (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Ziel des Arbeitspaketes ist es, im Bereich chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED, engl. IBD) die Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen aus vorklinischen Studien (Tier-, Zellkulturmodelle) in die Klinik und Gesundheitsversorgung zu verbessern. Basierend auf einer systematischen Analyse der jeweils verwendeten Messungen werden Betroffene, Kliniker:innen, präklinisch Forschende und Vertreter:innen aus Industrie und Regulatorik in Fokusgruppen sowie einem anschließenden Konsensus-Workshop zusammengebracht, um zu diskutieren, welche Zielgrößen in der Klinik und im Krankheitserleben besonders wichtig sind und wie sich diese in präklinischen Modellen sinnvoll abbilden lassen. Daraus wird ein Leitfaden für Forschende entwickelt, der Open Access publiziert und in laienverständlicher Form über Patient:innenorganisationen verbreitet wird.

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.bihealth.org/de/translation/innovationstreiber/quest-center/projekte/projekt/einstein-center-3r-ec3r


Civil Society Co-Audits (CAS): Building an AI Audit Resource with and for Civil Society Organizations

Ansprechperson: David Hartmann (Technische Universität Berlin)

Das Projekt befasst sich mit einigen der wichtigsten Herausforderungen, denen zivilgesellschaftliche Organisationen im Umgang und der Analyse von Künstlicher Intelligenz gegenüberstehen: Undurchsichtigkeit, mangelnder Zugang zu Daten und Modellen sowie begrenzte technische Kenntnisse und organisatorische Ressourcen. Aufbauend auf Interviews und einem partizipativen Workshop wird in dem Projekt gemeinsam in einem Co-Research-Prozess mit zivilgesellschaftlichen Organisationen ein Repositorium mit Audit- und Analysestrategien für Künstliche Intelligenz entwickelt, das technische und soziale Perspektiven miteinander verbindet und Unterstützung für den Informationsaustausch bietet.

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.weizenbaum-institut.de/forschung/digitale-technologien-in-der-gesellschaft/daten-algorithmische-systeme-und-ethik/


Citizen Science and Participatory Mapping for Transport Justice

Ansprechperson: Marek Sierts (Humboldt Universität zu Berlin)

Mobilitätsgerechtigkeit stellt in Berlin eine zentrale Herausforderung dar. Aufbauend auf dem BUA-Forschungsprojekt TransformMobility werden in dem Arbeitspaket Anwohner*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen in Workshops einbezogen, um verschiedene Perspektiven von Mobilitätsgerechtigkeit in konkreten räumlichen Kontexten sichtbar zu machen und zu diskutieren. Ergänzend werden mit einem Citizen-Science-Ansatz Daten erhoben, die diese Perspektiven untermauern. Ein zentrales Ziel ist es, lokale Bewohner*innen für eine informierte und datenbasierte Beteiligung an Debatten über gerechte Mobilität zu befähigen. Zu den erwarteten Ergebnissen gehört ein erprobtes methodisches Instrumentarium für partizipative Geoinformationsforschung.

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.berlinbequem.de/


Partizipative Forschung zu zivilgesellschaftlichen Hitzeschutzpraktiken und -netzwerken II

Ansprechperson: Leonie Reuter (Freie Universität Berlin)

Gesundheitsrisiken durch Hitzeextreme nehmen zu, insbesondere in urbanen Zentren. Neben individuellen, institutionellen und infrastrukturellen Maßnahmen zum Hitzeschutz wird immer wieder auf die Rolle kollektiven Handelns und gegenseitiger Fürsorge in Nachbarschaften verwiesen – obwohl hierfür im deutschen Kontext bislang weder umfassende Forschung noch eine etablierte ‚Best-Practice‘ vorliegt. In dem Arbeitspaket soll gemeinsam mit Akteur*innen aus Berlin ein Musterhitzeschutzplan für Nachbarschaften entworfen, erprobt und evaluiert werden. Damit gilt es sowohl die Forschung als auch Praxis zur Stärkung kollektiver (Hitze-)Resilienz voranzubringen.


From margins to momentum: Leveraging social capital networks for bottom-up change in Madagascar’s HIV response

Ansprechpersonen: Anne Neumann, Dr. med. Nadine Muller (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Madagaskar sieht sich einem wachsenden Risiko gegenüber, dass sich HIV über Risikogruppen hinaus auf die breitere Bevölkerung ausbreitet, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen hätte – insbesondere für schwangere Frauen. Es existieren jedoch verschiedene gemeindebasierte Solidaritätsnetzwerke, die marginalisierte Bevölkerungsgruppen unterstützen. Diese Netzwerke sind für eine wirksame Bekämpfung der sich ausbreitenden HIV-Epidemie entscheidend, werden jedoch in der Forschung und Programmplanung selten einbezogen. Dieses Projekt zielt darauf ab, Erkenntnisse über die Strukturen, Mechanismen und das Potenzial existierender Solidaritätsnetzwerke zu gewinnen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um ihr Handeln und die Rolle von Bottom-up Veränderung zu fördern.

Mehr Informationen zum Hintergrund:

Assoziiertes Dachprojekt (GLOHRA/BMFTR-gefördert)

Hintergrund zur sich ausbreitenden HIV-Epidemie in Madagaskar (Artikel verfasst mit Kollaborierenden des Projekts)


Mitarbeiterzentrierte Personaleinsatzplanung - Zufriedenheit als strategischer Erfolgsfaktor

Ansprechpersonen: Nils Katzke, Prof. Dr. Natalia Kliewer (Freie Universität Berlin)

Unternehmen stehen angesichts des demographischen Wandels und des zunehmenden Personalmangels vor der Herausforderung, Beschäftigte zu gewinnen und langfristig zu binden, insbesondere im Schichtdienst. Bisher fokussieren personalplanerische Optimierungsansätze im ÖPNV überwiegend Effizienz und Kostenminimierung. Das Arbeitspaket verfolgt das Ziel, Zufriedenheit im Rahmen einer mitarbeiterzentrierten Personaleinsatzplanung als strategischen Erfolgsfaktor zu verankern. Gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsrat, Gewerkschaften, Management und externen Expert*innen werden Workshops, Tiefeninterviews und Szenario-Formate durchgeführt, um jeweilige Expertise in Bedarfen, Mitbestimmung und organisatorischen Anforderungen einzubringen. Durch einen soziotechnischen Prozess wird so ein Zufriedenheitsindex entwickelt, der die Bedürfnisse aller Betroffenen konsolidiert. (89 Wörter)

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.wiwiss.fu-berlin.de/fachbereich/bwl/pwo/kliewer/forschung/Projekte/TD-LAB26_NK/index.html


Fostering neo-lives. Everyday techniques of improving neonatal care and family lives with hospitalized newborns

Ansprechpersonen: Prof. Dr. Annekatrin Skeide, PD Dr. Antje Tannen, Prof. Dr. Julia Lühnen (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Das Arbeitspaket bereitet ein Forschungsprojekt vor, welches darauf abzielt, Empfehlungen für eine Verbesserung der Versorgung und den Alltag von Familien mit Neugeborenen, die stationär behandelt werden, partizipativ zu entwickeln. Dazu werden partizipative und kreative Methoden wie Body Mapping, Photovoice-Marktplatz, Fokusgruppen-Interview und World-Café umgesetzt, Forschungsziele für das geplante Projekt konkretisiert und ein transdisziplinäres Forschungsnetzwerk aufgebaut. Ziel ist, adaptive und kreative Handlungs-, Wissens-, und Erfahrungsrepertoires von Eltern, Pflegenden, Hebammen und Forschenden herauszuarbeiten. Dabei sollen kollaborativ Vorschläge erarbeitet werden, wie Techniken ‚guten‘ Familienlebens, ,guter‘ Versorgung und ‚guter‘ Forschung so miteinander koordiniert werden können, dass sie sich gegenseitig fördern und weiter verbessern.


A toolkit for Responsible Protein Innovation

Ansprechpersonen: Dr. Rosalyn Old, Dr. Dagmara Weckowska (Freie Universität Berlin)

Das Projekt befasst sich mit den ethischen, ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen aktueller und neu entstehender Proteinproduktionssysteme. Durch die Erforschung alternativer Proteininnovationen, von pflanzlichen Fleischalternativen bis hin zu zellulären Produkten, werden die wissenschaftlichen Konzepte „Verantwortungsvolle Innovation“ und „Proteinübergänge“ miteinander verknüpft und in Praxis übersetzt. Mit Hilfe von Design-Thinking-Workshops wird gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Interessenvertretungen, Start- ups sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung ein Toolkit entwickelt, um die verantwortungsvolle Innovation alternativer Proteinprodukte zu unterstützen.

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.ri-prot.de


Solidarische Kulturproduktion: alternative Organisations- und Finanzierungsmodelle im internationalen Vergleich

Ansprechperson: Dr. Janet Merkel (Technische Universität Berlin)

Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Kulturinitiativen, Verwaltung und Sozialökonomie erarbeitet das Projekt neue Modelle kollektiver Organisation und Finanzierung. Im Fokus stehen Organisationsformen wie Verein, Stiftung, Genossenschaft, gemeinwohlorientierte Aktiengesellschaft und commons-basierte Strukturen. Diese werden mit alternativen Finanzierungspraktiken wie solidarischen Beiträgen oder Gemeinwohlfonds kombiniert. Das Ziel ist die Entwicklung praxistauglicher Lösungen, von denen die beteiligten Initiativen profitieren und die als Grundlage für kulturpolitische Empfehlungen dienen können. Die Ergebnisse münden in drei konkrete Formate: ein Toolkit/Handlungsleitfaden für Kulturinitiativen, einen Policy Brief für Politik und Verwaltung sowie eine öffentliche Abschlussveranstaltung zur Sichtbarkeit und Vernetzung.


Wärme im Quartier gemeinsam erforschen: Einrichtung eines Quartierforschungsrats als lokales Experiment

Ansprechperson: Dr. Catharina Lüder (Technische Universität Berlin)

Das Projekt bereitet ein transdisziplinäres Projekt zur kommunalen Wärmewende vor. In einem zweiwöchig tagenden Quartierforschungsrat werden die sozialen Dimensionen der Wärmewende in zwei Quartieren im Altkreis Bitterfeld beleuchtet. Der Quartierforschungsrat ist eine Gruppe von Bürger*innen, die gemeinsam explorative qualitative Daten erheben und auswerten. Für sie werden sozialwissenschaftliche Methoden erfahrbar, gleichzeitig profitiert das Thema Wärme von ihrer lokalen Expertise. In einem Ergebnisdialog werden die Ergebnisse weiteren Bürger*innen sowie Vertretern von Wohnungsbaugesellschaften, der Stadtverwaltung und den Stadtwerken vorgestellt und neue Forschungsfragen generiert. Flankierend gibt es einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Meine Energie im Quartier“, der weitere Perspektiven auffächern soll.

Mehr Informationen zum Hintergrund: https://www.energieavantgarde.de/qfr/


Kiosk of Solidarity – interventionistische Wirkungen im Stadtraum transdisziplinär erforschen

Ansprechpersonen: Dr. Moritz Ahlert, Prof. Dr. Anna Steigemann (Technische Universität Berlin)

Der Kiosk of Solidarity ist ein interventionistisches urbanes Praxisformat, das in Berlin marginalisierte Gruppen vernetzt und solidarische Stadtinitiativen bei ihrer Arbeit unterstützt. Im Zentrum dieses transdisziplinären Projekts steht ein kollaborativer Forschungsansatz mit fünf beteiligten Initiativen aus dem bestehenden Kiosk-Netzwerk als Citizen Scientists: Mittels partizipativer Kartierungen, qualitativen Interviews und kritischen teils kollaborativen Evaluationsformaten wird die Praxis und Wirksamkeit des Kiosks analysiert und dokumentiert, und darauf aufbauend Handlungsperspektiven für eine sozial gerechte(re) Stadtentwicklung entwickelt.

Mehr Informationen zum Hintergrund: www.kioskofsolidarity.net 


Riparian Struggles II. Transforming Knowledge and Action for Urban Waters

Ansprechperson: Garance Maurer

Projektteam: Prof. Dr. Robert Stock (Humboldt Universität Berlin), Prof. Dr. Laura Kemmer (University of Sāo Paulo), Prof. Dr. Jamie Baxter (HafenCity University Hamburg), Dr. Frank Müller (University of Sāo Paulo)

Flusskämpfe entstehen wenn Flüsse verschmutzt, versiegelt und bedroht werden. Die Forschung erkennt die zentrale Rolle von Wasserläufen oder Feuchtgebieten für planetare Gesundheit an, untersucht aber selten, wie Flussgemeinschaften neue Denkweisen und Handlungen hervorbringen. Aufbauend auf einem Vorgängerprojekt (Designing with the Planet/South Designs Initiative), in dem gemeinsam mit Forschenden, Künstler*innen, Aktivist*innen, Bürger*innen und Studierenden Taktiken um Wasserkonflikte ausgetauscht und weiterentwickelt wurden, wird in 2026 ein Rezeptbuch für Flusskämpfe erarbeitet, das die Ergebnisse sichert und kommunizierbar macht. Dafür wird die Methodik des Planetary Design über Workshops und Austauschformate vertieft und für andere Anwendungsfälle übertragbar gemacht.

Mehr Informationen zum Hintergrund: riparianstruggles.org