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Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft. Folge 7: Städte in der Krise, Krisen in der Stadt

06.10.2026

Für viele Krisen in unseren Städten haben diese Forschenden Antworten. Sie studieren bröselnde Brücken, wollen verkrustete Verwaltungen reformieren, den Wohnungsbau und die Wirtschaft voranbringen.

  • Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer (Technische Universität Berlin): Werden Häuser und Möbel künftig aus Pilzen gebaut? Die Biotechnologin Meyer verfolgt die Idee und will sie voranbringen. Als Sprecherin des neuen Sonderforschungsbereichs „My-CO BUILD“ bringt sie Experten aus Biotechnologie, Materialwissenschaften und Architektur zusammen, um eine neue Klasse pilzbasierter Baustoffe zu entwickeln. Ein ungewöhnlicher Forschungsverbund mit ziemlich konkreter Zukunftsvision.

  • Dr. Sophie Lokatis (Stiftung Stadtmuseum Berlin; Freie Universität Berlin): Früher kurz gemähter Rasen, heute Wildblumenwiese: Zahlreiche Tagfalter, Wildbienen und andere Insekten sind hier zu Hause. Die Ökologin hat den „Blühenden Campus“ für mehr Biodiversität an der FU Berlin initiiert. Auf den rund zehn Hektar Grünfläche nahm die Menge an Insekten nach zwei Jahren um das 40-fache zu. Für ihr Engagement zur Wiederherstellung von Stadtnatur bekam Lokatis nun den UN-Dekade-Projektpreis in der Kategorie Renaturierung.

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler (Freie Universität Berlin): Den Wissenschafts- und Innovationsstandort Berlin gestalten: Nicht weniger hat sich die Berlin University Alliance (BUA), der Exzellenzverbund aus FU, HU, TU und Charité, vorgenommen. In diesem Frühjahr wurde sie erneut in der Exzellenzinitiative ausgezeichnet – ein großer Triumph. FU-Präsident Ziegler ist inzwischen der Einzige der vier Unipräsidenten, der die BUA von Anfang an mitgestaltet hat. Er hat den Verbund maßgeblich geprägt und auch gegen Widerstände zum Erfolg geführt.

  • Elena Vera Ballendat (Technische Universität Berlin): Abreißen oder erhalten? In ihrer Masterarbeit schlägt die Architektin eine Alternative zum Abriss des früheren Sport- und Erholungszentrums (SEZ) vor. Der DDR-Bau könnte zu einem Ort für junge Menschen werden, die vorgesehene Zahl neuer Wohnungen ließe sich durch zusätzliche Stockwerke erreichen. Ein kluger Entwurf, der mit Wohnungsbau, Denkmalschutz und Nachhaltigkeit gleich mehrere Zukunftsfragen zusammendenkt.

  • Prof. Dr. Klaus Gramann (Technische Universität Berlin): Volle U‑Bahnen, Autohupen, viel Beton und wenig Grün: Macht uns das Leben in der Stadt krank? Das untersucht Gramann in dem Projekt „URBRAIN“. Er und sein Team messen menschliche Gehirnaktivität nicht nur im Labor, sondern mitten in der Stadt. Sie wollen herausfinden, wie man Städte so einrichtet, dass sie Gesundheit und Wohlbefinden fördern. Das Projekt wird mit 2,75 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat gefördert.

Sie alle wurden heute im Tagesspiegel (6.10.2025) im Rahmen der Serie „Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft“ vorgestellt. Mehr im Tagesspiegel (T+).

Credit: Berlin University Alliance

Credit: Berlin University Alliance