Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft. Folge 6: Rising Stars
05.10.2026
Sie sind junge Talente, die einmal die Thought Leaders von morgen sein könnten. Denn ihre Forschung ist höchst relevant: Ob desaströser Straßenverkehr, Wasser- und Klimafragen, nachhaltige Architektur oder der Einfluss von Social Media auf unsere Debatten.
- Dr. Luke Dimitrios Spieker (Humboldt-Universität zu Berlin): Der Jurist und Postdoktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin wie europäische Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte rechtlich verankert und durchsetzbar werden. Für seine Forschung wurde er vielfach ausgezeichnet, 2025 erhielt er den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für Nachwuchsforschende in Deutschland.
-
Dr. Juliane Schaer (Humboldt-Universität zu Berlin): Die Biologin erforscht an der Humboldt-Universität zu Berlin Fledermäuse, die malariaähnliche Parasiten erstaunlich gut verkraften. In Uganda sind bis zu 90 Prozent infiziert, ohne Krankheitssymtome zu zeigen. Schaer untersucht, warum – und was das über die Evolution von Malariaparasiten verrät. Seit Juni 2026 wird ihre Forschung im Heisenberg-Programm der DFG gefördert.
-
Dr. Daniela Stoltenberg (Weizenbaum-Institut; Technische Universität Berlin): Daniela Stoltenberg untersucht, wie lokale Konflikte – etwa um das Tesla-Werk in Grünheide – durch soziale Medien größere Kreise ziehen. Wer mischt sich ein, welche Geschichten setzen sich durch und was macht die große Aufmerksamkeit mit den Menschen vor Ort? Dafür leitet sie im renommierten Emmy-Noether-Programm der DFG eine eigene Forschungsgruppe, die mit dem Sonderforschungsbereich „Re-Figuration von Räumen“ an der TU Berlin assoziiert ist und sechs Jahre lang mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert wird.
-
Dr. des. Freya Schwachenwald (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten): Die Kunsthistorikerin lenkte in ihrer Dissertation an der Technischen Universität Berlin den Blick in die Mitte des 19. Jahrhunderts und auf Asien aus deutscher Perspektive. Künstler und Fotografen stützten sich demnach in Reisebildern auf weiße, männliche Heldenbilder, während „das Asiatische“ oft ornamental erschien. 2026 erhielt sie den Promotionspreis der Studienstiftung. Ihre kritische Perspektive kann sie nun in der Preußen-Stiftung einbringen, wo sie in der Ausstellungsassistenz arbeitet.
-
Roland Hauschulz (Technische Universität Berlin): Der Verkehrsplaner und zertifizierte Sicherheitsauditor hat die Pläne des Berliner Senats für die Torstraße unter die Lupe genommen – und kommt zu einem vernichtenden Urteil. Sein Gutachten attestiert 90 Sicherheitsmängel, ein Drittel davon mit gravierenden Unfallrisiken. Trotz wachsender Proteste hält der Senat am Umbau fest. In der Lehre vermittelt Hauschulz in acht Veranstaltungen, wie alle Verkehrsteilnehmer sicher koexistieren können.
- Dr. Nils Weinberg (Humboldt-Universität zu Berlin): Der Jurist hat sich dem umstrittenen Begriff der Identität rechtsphilosophisch gewidmet. Was macht Selbstbestimmung aus – etwa in religiösen oder geschlechtlichen Fragen? Weinberg will damit eine Grundlage schaffen, wie Identität künftig gesellschaftlich und juristisch ausgehandelt werden kann. Für seine Promotion zu diesem Thema erhielt er den renommierten Studienpreis der Körber-Stiftung.
Sie alle wurden heute im Tagesspiegel (05.10.2026) im Rahmen der Serie „Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft“ vorgestellt. Mehr im Tagesspiegel (T+).

