Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft. Folge 4: Sie revolutionieren unser Bild von Körper und Natur
01.10.2026
Die Natur ist Vorbild für neue Erfindungen, kann aber auch Ursprung neuer Krankheiten sein – und steckt voller ungelöster Rätsel. Diese Wissenschaftler erforschen das Leben in all seinen Facetten: von der kleinsten Zelle bis zum Nashorn.
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Prof. Dr. Mirjam Knörnschild (Humboldt-Universität zu Berlin / Museum für Naturkunde Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung): Tiere können eigene Persönlichkeiten und Stimmen haben - das zeigte die renommierte Verhaltensforscherin in ihren Arbeiten. Dieses Jahr entdeckten sie und ihr Team nahe Sizilien afrikanische Fledermäuse, die die Wissenschaft dort jahrhundertelang übersehen hatte. Zuvor hatte sie erstmals auf Video aufgezeichnet, wie Ratten gezielt Jagd auf die bedrohten Flattertiere machen.
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Prof. Dr. Beate Kampmann (Charité - Universitätsmedizin Berlin): Die Direktorin des Instituts für internationale Gesundheit und Einstein-Professorin ist eine gefragte Expertin, wenn es um Epidemien geht – zuletzt beim aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Dass die globalen Strukturen für die Seuchenüberwachung und Impfstoffentwicklung zu wenig Geld bekommen, kritisiert die Medizinerin: Ausbrüche, die „weit weg“ erscheinen, können für die ganze Welt gefährlich werden. In ihrer Funktion will Kampmann internationale Initiativen mit Berlin, Deutschland und dem Rest der Welt vernetzen.
- Prof. Dr. Harald Prüß (Charité - Universitätsmedizin Berlin / Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen): Prüß erforscht, inwieweit psychische Erkrankungen, etwa bestimmte Demenzen, auf Autoimmunreaktionen zurückzuführen sind, wie man sie frühzeitig erkennen und das fehlgeleitete Immunsystem stoppen kann. 2026 bekam er eine Einstein-Professur, sodass er seine Arbeit in Berlin fortsetzen kann.
- Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke (Freie Universität Berlin): Solange die Forschung auf Experimente am lebenden Organismus nicht verzichten kann, müssen Versuchstiere ein würdiges Dasein haben. Dafür setzt sich die Veterinärin und Sprecherin des Einstein-Zentrums 3R seit Jahrzehnten ein, auch bei der Ausbildung von Tierärzten: Sie entwickelt virtuelle Operationen oder testet Klickertraining für Hühner, damit diese weniger Stress und Angst haben. Für ihr Engagement wurde sie von der DFG mit dem Tierschutzpreis ausgezeichnet.
- Prof. Dr. Kallol Ray (Humboldt-Universität zu Berlin): Das Vorbild des Chemikers ist die Natur, die millionenfach hocheffiziente Katalysatoren entwickelt hat: die Enzyme. Ihr Wirkprinzip will der Einstein-Professor imitieren, um umweltfreundliche Reaktionsbeschleuniger zu bauen. Sie basieren nicht auf seltenen Erden oder Schwermetallen, sondern auf Sauerstoff. Damit will er aus Solarenergie grünen Wasserstoff produzieren.
Sie alle wurden heute im Tagesspiegel (1.10.2026) im Rahmen der Serie „Die 100 wichtigsten Köpfe der Wissenschaft“ vorgestellt. Mehr im Tagesspiegel (T+).

