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Wie Forschung Wirkung entfaltet: Rückblick auf den Workshop „Research Ecosystems for Societal Impact“ von BUA und Universitätsallianz Ruhr auf der GAIN26

Wie gelingt es Universitäten, aus wissenschaftlicher Erkenntnis konkreten gesellschaftlichen Nutzen entstehen zu lassen? Zusammen besser als allein. Denn das Ökosystem um Hochschulallianzen ist besonders geeignet, gesellschaftliche Wirkung zu entfalten – in Patenten und Start-ups, auch in Politik, Wirtschaft, Öffentlichkeit und Kultur. Damit beschäftigte sich der Workshop „Research Ecosystems for Societal Impact: Science Transfer for Society“, den die Berlin University Alliance (BUA) gemeinsam mit der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) im Rahmen der GAIN 2026 veranstaltete.

Die Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN) brachte erneut Forschende mit Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Förderorganisationen, Politik und weiteren Akteuren der deutschen Wissenschaftslandschaft zusammen. Neben Informationen über Karriere- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt: Die Talent Fair, Workshops, Panels und Gespräche schufen Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen und konkrete Perspektiven für eine wissenschaftliche Karriere in Deutschland auszuloten. 

Zum Auftakt des gemeinsamen Workshops „Research Ecosystems for Societal Impact“ von Universitätsallianz Ruhr und Berlin University Alliance gaben Dr. Martin Mann, Geschäftsführer der BUA, und Dr. Nina Lemmens, Geschäftsführerin der University Alliance Ruhr, einen Einblick in die beiden Forschungsökosysteme und ihre unterschiedlichen Ansätze, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Gesellschaft zu tragen.

„Es ist ein erklärtes Ziel der Berlin University Alliance, den Mehrwert Wissenschaft für die Gesellschaft sichtbar und nutzbar zu machen. Wir gestalten Berlin als Forschungs- und Innovationsraum und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Noch stärker sind wir, wenn wir voneinander lernen und miteinander wachsen. Daher haben sich die Berlin University Alliance und die Universitätsallianz Ruhr gemeinsam mit zahlreichen Gästen erkundet, wie Wissenschaft zur Wirkung gelangt."

Dr. Martin Mann, Geschäftsführer der Berlin University Alliance

Wissenschaftstransfer: Mehr als Technologie

Das Wissenschaftstransfer längst über klassische Formen des Technologietransfers hinausgeht, zeigte Christina Pley anhand der Transferpraxis des Einstein Center Early Disease Interception.

Im Mittelpunkt des 75-minütigen Workshops stand ein World Café. Die Teilnehmenden konnten zwischen sechs Themenfeldern wählen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Transfer und Wirtschaft diskutieren. Dabei ging es um Entrepreneurship und Start-ups, Technologietransfer und Patente, Forschung mit der Gesellschaft, Wissenschaftskommunikation, Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie sowie den Transfer zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie.

Prof. Fatma Deniz, Präsidentin der Technischen Universität Berlin, betonte die zentrale Bedeutung des Technologietransfers – von der Überführung von Forschungsergebnissen in konkrete Anwendungen bis hin zur Patentierung. Berlin gehört in Deutschland und Europa zu den bedeutendsten Standorten der Start-up-Szene. Der Exzellenzverbund eröffnet der Hauptstadt zudem national wie international neue Perspektiven und schafft ein dynamisches Umfeld für Entrepreneurs und Sciencepreneurs. Die wachsende Bedeutung von Innovation, insbesondere im Kontext von Start-up-Ausgründungen und der damit verbundenen Patentaktivitäten, unterstreicht dabei die Rolle des Technologietransfers als wichtigen Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und globalen Wirtschaft.

Fokus auf Wissenschaftskommunikation

Die Gespräche zeigten aber auch, wie vielfältig Wissenschaftstransfer heute gedacht und gestaltet werden muss. Die Konzentration auf Technologietransfer reicht für die Zukunftsfähigkeit nicht aus. Ein Fokus lag daher auf der Wissenschaftskommunikation. Die Session „Science Communication“ wurde von Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin und Communicator-Preisträger von 2008, gemeinsam mit Prof. Dr. Manfred Bayer und Alexander Moritz kuratiert und geleitet.

Dabei wurde deutlich: Wissenschaftskommunikation ist längst mehr als die Vermittlung von Forschungsergebnissen. Sie trägt entscheidend dazu bei, die Sichtbarkeit und Relevanz von Wissenschaft in der Gesellschaft zu stärken und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse in einen zunehmend von Desinformation und postfaktischen Narrativen geprägten öffentlichen Diskurs einzubringen. Gerade angesichts weltweit unter Druck geratender demokratischer Strukturen gewinnt die Wissenschaftskommunikation damit an Bedeutung. Ihr Auftrag ist es, Wissen verständlich zugänglich zu machen, Orientierung zu geben und den gesellschaftlichen Mehrwert von Forschung sichtbar zu machen.

Die Senatsverwaltung Wissenschaft, Gesundheit und Pflege kuratierte das Thema „Citizen Science“ und damit den gesellschaftlichen Impact, der nicht auf einem einzigen Transferweg entsteht. Er kann durch ein Start-up oder ein Patent entstehen, ebenso aber durch politische Beratung, öffentliche Debatten, gemeinsames Forschen mit Bürgerinnen und Bürgern oder die Verbindung von Wissenschaft mit Kunst und Technologie.

Die GAIN als Austauschbeschleuniger

Der Workshop machte damit vor allem eines sichtbar: Erfolgreicher Wissenschaftstransfer braucht offene Ökosysteme, vielfältige Partner und Räume für Austausch. Für international mobile Forschende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen und mittleren Karrierephasen bot die Veranstaltung zugleich konkrete Einblicke darin, wie sie ihre Forschung in Deutschland mit Innovations- und Transferstrukturen verbinden können.

Die Atmosphäre auf der GAIN war auch in diesem Jahr von einer Mischung aus konzentriertem fachlichem Austausch, Offenheit und persönlicher Begegnung geprägt. Zwischen Workshops, Panels und der Talent Fair ging es immer wieder um konkrete Fragen: Welche Perspektiven bietet der Wissenschaftsstandort Deutschland? Wie lassen sich Forschung, Karriere und Transfer miteinander verbinden? Und welche Kontakte können den Weg von einem ersten Gespräch zu einer konkreten Zusammenarbeit ebnen? Gerade diese unmittelbare, niedrigschwellige Form des Austauschs macht die GAIN zu einer wichtigen Schnittstelle für internationale Forschende und die deutsche Wissenschaftslandschaft.

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