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Stärkung der internationalen Global Health-Forschung

National University of Singapore und Berlin University Alliance fördern fünf gemeinsame Verbundprojekte

News vom 23.03.2021

Im Rahmen der Partnerschaft Berlin/Singapur der Berlin University Alliance (BUA) werden fünf neue Projekte gefördert. Sie forschen in den Bereichen Global Health und Health Innovation unter anderem zur Gesundheitsversorgung der Zukunft, digitaler Gesundheitstechnologie und Mikrorobotern. Die Förderung beträgt insgesamt 134.000 Euro bis März 2022.

Mit der Ausschreibung „Joint Call for Research Proposals – Global Health Initiative” wollen die BUA und die National University of Singapore (NUS) ihre Zusammenarbeit in der Spitzenforschung stärken und sich auf ausgewählte Themen konzentrieren, die für beide strategische Partnerinnen hohe Relevanz haben. So widmet die BUA ihre zweite Grand Challenge Initiative der globalen Gesundheit. Mit den Grand Challenge Initiatives geht die BUA verstärkt gesellschaftliche Herausforderungen von weltweiter Bedeutung an. Durch ihre vier forschungsstarken Verbundpartnerinnen – Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin – und deren zahlreichen Kooperationen sowohl im Forschungsraum Berlin als auch international bietet die BUA die interdisziplinäre und institutionenübergreifende Herangehensweise, die für globale Forschungsthemen notwendig ist.

„Die erfolgreiche Partnerschaft mit der National University of Singapore gewinnt durch die Fokussierung auf die Grand Challenge Initiative: Global Health der BUA noch einmal an Bedeutung. Die exzellenten Forschungsanträge zu diesem Call zeigen uns, dass wir ein großes Potenzial für den Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit vor uns haben. Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, Synergien zwischen der Grand Challenge Initiative und den Interessen unserer Partnerin in Singapur zu schaffen“, sagt Dr. Ulrike Hillemann-Delaney, Leiterin Internationales der Technischen Universität Berlin und Sprecherin des Steering Committees Internationalization der BUA.

Unter den Begriff Global Health fallen Konzepte zur Verbesserung der Gesundheit in einer globalisierten Welt. Dabei geht es nicht nur um Fragen der erfolgreichen medizinischen Bekämpfung von Krankheiten, sondern ebenso um soziale Aspekte, Umweltschutz und Klimawandel, Städteplanung und weltweite Ernährung. Health Innovation umfasst Forschungsvorhaben, die durch die Nutzung von zum Beispiel künstlicher Intelligenz oder anderen neuartigen Technologien zu Innovation in der Medizin beitragen.

Die Projekte zu Global Health im Einzelnen

Integrated Care for Older Adults Living in Urban Areas – Assessing Health and Social Care Needs, Prof. Wolfram Herrmann, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Associate Prof. Angelique Chan, NUS

Forscherinnen und Forscher aus Singapur und Berlin beschäftigen sich in diesem Projekt gemeinsam mit den Herausforderungen der demographischen Entwicklung und Urbanisierung für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Im Mittelpunkt steht die Erhebung der Bedarfe älterer Menschen für medizinische und soziale Versorgung in der Stadt. Das Projekt soll die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Versorgung älterer Menschen erforschen, über Gesundheitssysteme und kulturelle Grenzen hinweg stärken.

Smart wearables and digital health interventions, Prof. Roland Eils, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Prof. Falk Mueller-Riemenschneider, NUS

Smartphones und Smart Wearables bieten erhebliches Potenzial für Public Health und die personalisierte Medizin. Herausforderungen bestehen jedoch zum Beispiel durch eingeschränkte Evidenz bezüglich ihrer Wirksamkeit, rasch abnehmendes Interesse und Nutzung im zeitlichen Verlauf sowie die Komplexität und Lückenhaftigkeit erfasster gesundheitsbezogener Daten. Das Projekt etabliert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen existierender Interventionsprojekte in Berlin und Singapur mit dem Ziel, bestehende Expertise an beiden Standorten auszubauen und standardisierte Vorgehensweisen und Lösungsansätze im Umgang mit Smart Wearables weiterzuentwickeln.

The retina as a window to vascular and neurological disorders, Dr. rer. medic. Hanna G. Zimmermann, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Prof. Tien Y. Wong, NUS

Die Partnerinnen in Berlin und Singapur beschäftigen weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Deep Learning-Verfahren in der Netzhautbildgebung in vaskulärer Medizin (Singapur) und Neurologie (Berlin). In diesem Seed-Projekt wollen die Forschenden als rechtliche und technische Voraussetzung für eine langfristige Zusammenarbeit eine Plattform schaffen, die die gemeinsame Nutzung von auf künstlicher Intelligenz basierenden Analyseverfahren ermöglicht. Zudem soll ein Image-Repository für zukünftige Projekte entstehen.

Die Projekte zu Health Innovation im Einzelnen

Künstliche Intelligenz zur Steuerung von medizinischen Mikrorobotern, Prof. Holger Stark, Technische Universität Berlin, und Assistant Prof. Lailai Zhu, NUS

Mikroroboter für minimal-invasive Chirurgie, lokale Medikamentenabgabe und Bildgebung stellen eine realisierbare Vision in der Medizin dar. Dabei ist wichtig, die Mikroroboter genau an bestimmte Stellen im Körper zu steuern. Das kann von außen mit Hilfe einer Steuerungseinheit geschehen. Das Projekt verfolgt allerdings einen alternativen Weg: Die Forschenden verwenden Methoden der künstlichen Intelligenz, mit denen der Mikroroboter lernt, sich selbst gezielt an einen bestimmten Ort im Körper zu steuern.

Visualisierung innerer Strukturen von Chromosomen mittels molekularer Mikroskopie, Dr. Christoph Andreas Diebolder, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Associate Prof. Lu Gan, NUS

Im Projekt untersuchen Forschende der Kryo-EM Core Facility der Charité und die NUS-Arbeitsgruppe um Prof. Lu Gan gemeinsam die Struktur menschlicher Chromosomen. Die besondere Ausstattung der erst kürzlich auf dem Campus in Berlin Buch in Betrieb genommenen Einrichtung ermöglicht die dreidimensionale Abbildung von Molekülen innerhalb der Zelle bei nahezu atomarer Auflösung. Daraus erhoffen sich die Forschenden neue Einblicke in die molekularen Mechanismen des Alterns und damit verbundener Krankheiten.

  

Die Berlin University Alliance

Die Berlin University Alliance ist der Verbund der drei Berliner Universitäten Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin für die gemeinsame Gestaltung von Wissenschaft in Berlin. Die vier Partnerinnen haben sich zusammengeschlossen, um den Wissenschaftsstandort Berlin zu einem gemeinsamen Forschungsraum weiterzuentwickeln, der zur internationalen Spitze zählt. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen dabei die gemeinsame Erforschung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, die Stärkung des Austausches mit der Gesellschaft, die Nachwuchsförderung, Fragen der Qualität und Wertigkeit von Forschung sowie übergreifende Vorhaben in Forschungsinfrastruktur, Lehre, Diversität, Chancengerechtigkeit und Internationalisierung. Die Berlin University Alliance wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

Gemeinsame Pressemitteilung der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Pressekontakt
Hans-Christoph Keller, kommissarischer Pressesprecher der Berlin University Alliance und Pressesprecher der Humboldt-Universität zu Berlin
E-Mail: medien@berlin-university-alliance.de 

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