Neue und verlängerte SFB in Berlin

Suchterkrankungen stehen im Mittelpunkt eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) an der Charité, die Humboldt-Universität ist Mitantragstellerin bei einem neuen wirtschaftswissenschaftlichen SFB. Außerdem wurden drei weitere SFB an Freier Universität und Humboldt-Universität verlängert.

News vom 23.05.2019

Wie Suchterkrankte Kontrolle über ihren Konsum von Suchtmitteln erlangen können wird künftig in einem neuen überregionalen Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin erforscht. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, individuelle Therapien gegen die Sucht zu entwickeln. Das Verbundprojekt in Kooperation mit der Universität Heidelberg und der Technischen Universität Dresden wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für vier Jahre mit rund 12 Millionen Euro gefördert, wie die DFG am Donnerstag mitteilte. Sprecher des neuen SFB „Verlust und Wiedergewinnung der Kontrolle bei Suchterkrankungen: Verläufe, Mechanismen und Interventionen“ ist Professor Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Mitte der Charité.

Bewilligt wurde außerdem ein neuer SFB/Transregion der Humboldt-Universität zu Berlin. Erstmalig hat die DFG mit „Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz“ einen SFB mit einem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt bewilligt. Als sogenannter Transregio wurde der SFB gemeinsam von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Paderborn und der Universität Mannheim beantragt, die Universität Paderborn übernimmt die Sprecherrolle. In den nächsten vier Jahren untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie Rechnungswesen und Besteuerung die Transparenz von Unternehmen beeinflussen und wie sich Regulierungen und Unternehmenstransparenz auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Der SFB soll dazu beitragen, sinnvolle Regeln zur Unternehmenstransparenz und für ein transparentes Steuersystem zu entwickeln und erhält dafür eine Förderung von rund 12 Millionen Euro.

Weitere Förderung für vier Jahre erhält der Sonderforschungsbereich „Affective Socities ­ – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“. Ziel des Verbunds an der Freien Universität Berlin ist es, ein neues Verständnis von Gesellschaften zu etablieren, das der fundamentalen Bedeutung von Affekten und Emotionen in den mobilen, vernetzten und mediatisierten Welten des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt. Am SFB 1171 sind in der zweiten Laufzeit neben der Freien Universität, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und den Staatlichen Museen Berlin die Universität Hamburg, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie das Max-Planck-Institut für Ethnologische Forschung Halle (Saale) beteiligt. Sprecherin ist Birgitt Röttger-Rössler, Professorin für Anthropologie an der Freien Universität Berlin.

Um eine dritte Förderperiode verlängert wurde der Sonderforschungsbereich 958 „Einrüstung von Membranen Molekulare Mechanismen und zelluläre Funktionen“an der Freien Universität. Im SFB kooperieren nun Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Freien Universität (Sprecheruniversität), der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) sowie außerhalb Berlins der Universität Potsdam, des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und der Tel Aviv University. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich mit membranbasierten Proteingerüsten. Sprecher ist Professor Stephan Sigrist von der Freien Universität; der Einstein-Professor – gefördert durch die Einstein-Stiftung Berlin – ist zudem Wissenschaftler des Exzellenzclusters NeuroCure der Charité – Universitätsmedizin, der gemeinsamen medizinischen Fakultät von Freier Universität und Humboldt-Universität.

Ebenfalls erneut verlängert wurde der Sonderforschungsbereich HIOS - Hybrid Inorganic/Organic Systems for Opto-Electronics (HIOS) an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit der Einrichtung des SFB 951 im Jahre 2011 stehen in dessen wissenschaftlichem Fokus neuartige Hybridmaterialien, die aus anorganischen Halbleitern, konjugierten organischen Molekülen und metallischen Nanostrukturen bestehen. Durch das Zusammenspiel dieser sehr unterschiedlichen Komponenten entstehen neue chemische und physikalische Eigenschaften, die verstanden, beherrscht und in prototypischen Bauelementen genutzt werden sollen. Am SFB beteiligt sind neben der Humboldt-Universität zu Berlin die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Berlin und die Universität Potsdam, sowie das Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie und das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Sprecher ist Norbert Koch, Professor für Physik an der Humboldt-Universität.

Insgesamt bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft 14 neue Sonderforschungsbereiche. Zudem stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 27 SFB für je eine weitere Förderperiode, darunter fünf SFB/Transregio. Von Juli 2019 anfördert die DFG bundesweit 278 SFB.

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