Alles dreht sich

DFG fördert Forschungsprojekt zu Reisekrankheit beim automatisierten Fahren der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin

News vom 22.05.2019

Während der Reise am Computer arbeiten oder mit den Kindern ein Kartenspiel spielen – das automatisierte Fahren schafft Freiräume im Auto. Allerdings verursachen Tätigkeiten während der Fahrt bei einigen Menschen Unwohlsein und Übelkeit – eine klassische Reisekrankheit tritt ein. Forschende der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchen jetzt, wie Reisekrankheit, die sogenannte Kinetose, und automatisiertes Fahren genau zusammenhängen und wie sich Beschwerden vermindern lassen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten herausfinden, wie sich die Krankheit durch fahrzeugtechnische Maßnahmen – etwa aktive Fahrwerke oder Sitze – vermeiden lässt. Das Auto soll dabei frühzeitig erkennen können, ob eine Person im Fahrzeug Symptome entwickelt, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dafür kämen eine Änderung des Fahrstils oder der Fahrwerkeigenschaften und der Vorschlag einer Pause in Frage.

Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 700.000 Euro für drei Jahre gefördert und soll die Akzeptanz der neuen Technologie erhöhen. Es verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und wird von Professor Steffen Müller, Leiter des Fachgebietes Kraftfahrzeuge der Technischen Universität Berlin verantwortet; Teilprojektleiter an der Charité ist Dr. Uwe Schönfeld von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Charité Campus Benjamin Franklin. Beide Partnerinnen bauen so ihre Zusammenarbeit in der Forschung weiter aus. Die Forschenden hoffen, dass ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in einem nächsten Schritt auch von Automobilunternehmen genutzt werden und diese Funktionen und Systeme in ihre Produkte implementieren, die der Reisekrankheit vorbeugen.

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