Moleküle, Recht und Universalität

Europäischer Forschungsrat fördert drei Berliner Wissenschaftler in der mittleren Karrierephase mit je einem ERC Consolidator Grant

News vom 30.11.2018

Ein Chemiker und ein Japanologe von der Freien Universität Berlin sowie ein Romanist der Humboldt-Universität zu Berlin werden vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) gefördert. Die Wissenschaftler erhalten einen sogenannten Consolidator Grant zur Umsetzung eines Forschungsvorhabens in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro über höchstens fünf Jahre.

Sebastian Hasenstab-Riedel, Professor für Chemie an der Freien Universität, hatte ein Projekt mit dem Titel „Untersuchung der Grenzen von hoch potenten Oxidationsmitteln: Vorhersage, Validierung und Darstellung von ungewöhnlichen Molekülen am Rande der Stabilität“ beantragt. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung neuer Oxidationsmittel und -medien.

Das Thema des Projekts von Urs Matthias Zachmann, Professor für Kultur und Geschichte des Modernen Japans an der Freien Universität, lautet „Recht ohne Gnade: Japanische Standgerichte und Militärgerichte im Asiatisch-Pazifischen Krieg (1937-1945)“; es geht um die Frage nach dem Verhältnis von Recht und Gewalt in dem wohl folgenschwersten Krieg der modernen Geschichte Ostasiens.

Markus Messling, stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch und Professor für Romanische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin, erhielt den Consolidator Grant für sein Forschungsprojekt „Minor Universality. Narrative World Productions After Western Universalism“. Es beschäftigt sich mit einer für das gegenwärtige Weltverständnis zentralen Frage: Wie werden nach der erkenntnistheoretischen und ethischen Kritik des europäischen Universalismus neue Konzeptionen von Universalität produziert, die eine zentrierende und hegemoniale Logik hinter sich lassen?

Mit dem Format ERC Consolidator Grant fördert der Europäische Forschungsrat wegweisende Projekte von Forscherinnen und Forschern, die sich bereits in ihrem Fach etabliert haben. Insgesamt wurden 291 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ganz Europa ausgezeichnet. Die Förderung in Höhe von insgesamt 573 Millionen Euro ist Teil des EU-Rahmenprogramms Horizon 2020.

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