Drei Berliner Wissenschaftler erhalten ERC-Grants

Förderung des Europäischen Forschungsrats für Physikerin und Computerwissenschaftler der Freien Universität sowie Mathematiker der Humboldt-Universität

News vom 28.11.2017

Die Physikerin Prof. Dr. Stephanie Reich und der Computerwissenschaftler Prof. Dr. Frank Noé von der Freien Universität Berlin sowie der Mathematiker Prof. Chris Wendl (PhD) von der Humboldt-Universität zu Berlin wurden mit dem mit jeweils rund 2 Millionen Euro dotierten Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) ausgezeichnet, wie der ERC in Brüssel mitteilte.

Mit der neuen Förderung wird Prof. Dr. Stephanie Reich ein neues Forschungsgebiet entwickeln, bei dem sie die Reaktion von Materialien auf Licht maßschneidern will. Hierzu wird sie zusammen mit ihrem Team neuartige Messmethoden erarbeiten, um die Entwicklung hochempfindlicher Sensoren zu ermöglichen und Schallwellen konzentriert abzustrahlen.

Mit der erneuten Förderung kann Prof. Dr. Frank Noé seine erfolgreiche Forschung fortführen, in der er Methoden der Mathematik, Physik und Informatik kombiniert, um neue Erkenntnisse über Lebensprozesse zu erarbeiten. Das Ziel des neuen ERC-Projekts ist es, Bindungsprozesse einzelner Moleküle und ganzer Zellen mittels Computertechnik zu simulieren. Hierzu werden er und sein Team innovative Methoden im Bereich des maschinellen Lernens entwickeln und einsetzen.

Prof. Dr. Wendl (PhD) forscht zu symplektischer Topologie. Hauptthema seines Projekts ist die Spannung zwischen Transversalität und Symmetrie in der Theorie holomorpher Kurven, die eine wichtige Rolle sowohl in der reinen Mathematik als auch der theoretischen Physik spielen. Ausgangspunkt ist sein 2016 erschienener Beweis einer seit 15 Jahren offenen Vermutung über die "super-rigidity"-Eigenschaft von holomorphen Kurven. So konnte er die vermeintliche Unvereinbarkeit von Symmetrie und Transversalität widerlegen.

Von den insgesamt 329 am Dienstag in 22 EU-Staaten neu bewilligten Förderungen entfielen 56 auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland.