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Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben?

Die Neue Europäische Bauhaus-Initiative war Thema eines vom Brüssel-Büro organisierten Lunchtalk

04.05.2021

Das Projekt „Neues Europäisches Bauhaus“ der Europäischen Kommission war Thema im „UnILiON Open Talk“.

Das Projekt „Neues Europäisches Bauhaus“ der Europäischen Kommission war Thema im „UnILiON Open Talk“.
Bildquelle: Pixabay / fietzfotos

Design und Nachhaltigkeit mit Kunst, Kultur und sozialen Fragen kombinieren, um einen Beitrag zur Umsetzung des europäischen „Grünen Deals“ zu leisten – das ist das Ziel des Projekts „Neues Europäisches Bauhaus“ der Europäischen Kommission. Mit der Initiative sollen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Technologie, Kunst und Kultur überwunden und mithilfe von Design Lösungen für Alltagsprobleme erarbeitet werden, die für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich sind. Mehr als 140 Interessierte aus Brüssel und von verschiedenen europäischen Universitäten nahmen Mitte April an einem „Open Talk“ zu dem Thema teil. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Brüssel-Büro der Berlin University Alliance (BUA) in seiner Rolle als UnILiON-Mitglied (Universities Informal Liaison Offices Network).

Die Neue Europäische Bauhaus-Initiative ist ein interdisziplinäres Projekt, das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützt wird und von der deutschen Bauhaus-Initiative der 1920er Jahre inspiriert ist. Die Initiative wurde im Januar 2021 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und befindet sich derzeit in der Codesign-Phase: Beiträge zur Entwicklung der Inhalte der Initiative, insbesondere mit Blick auf die Erarbeitung von künftigen Ausschreibungen, können eingereicht werden.

Beim „UnILiON Open Talk“ führte Ruth Reichstein aus dem I.D.E.A.-Beratungsgremium der Kommissionspräsidentin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Konzept des Neuen Europäischen Bauhauses ein. Die interdisziplinäre Initiative soll Nachhaltigkeitsziele mit Stil und Städtebau sowie mit sozialer Gerechtigkeit in europäischen städtischen und nichtstädtischen Räumen in Einklang bringen. Ruth Reichstein betonte den breiten Anwendungsbereich und die Ambition, neue, lebenswerte und für breite Bevölkerungsschichten zugängliche Lebenswelten zu schaffen, kurzum: eine Vision zu entwickeln darüber, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen.

Die Neue Europäische Bauhaus-Initiative ist ein interdisziplinäres Projekt, das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützt wird und von der deutschen Bauhaus-Initiative der 1920er Jahre inspiriert ist.

Die Neue Europäische Bauhaus-Initiative ist ein interdisziplinäres Projekt, das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützt wird und von der deutschen Bauhaus-Initiative der 1920er Jahre inspiriert ist.
Bildquelle: Europäische Kommission

Ein Merkmal des Projekts ist sein inter- und transdisziplinärer Charakter, der versucht, die Sichtweisen von Architektur, Design und Technik mit dem Fachwissen und den Perspektiven aus zum Beispiel Soziologie, Psychologie, Städteforschung, Gesundheitswissenschaften und der Zivilgesellschaft zu verbinden. Das Neue Europäische Bauhaus ist in drei Phasen unterteilt: Die aktuelle Codesign-Phase dient dazu, Ideen, Herausforderungen und Best Practices zu sammeln und aufzunehmen. Eine Chance, auch für Forschende, zur Gestaltung von zukünftigen Aktivitäten und Ausschreibungen beizutragen. Im Sommer 2021 beginnt die „Delivery“-Phase mit Ausschreibungen, die zusammen mit den Gewinnerprojekten des Neuen Europäischen Bauhauspreises den Weg für die „Dissemination“-Phase ebnen. Die Ergebnisse der verschiedenen Aktivitäten sollen, auch in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, eine kulturelle Bewegung durch Europa in Gang setzen.

Ruth Reichstein legte besonderen Wert auf die Rolle, die Universitäten in diesem Prozess spielen können, da sie unersetzliche Akteurinnen bei der Erforschung der Bedürfnisse und Stärken ihrer lokalen Gemeinschaften sind, Zugang zu Interessengruppen der nächsten Generation haben und in der Lage sind, durch Forschungs- und Innovationsaktivitäten einen Beitrag zu leisten.

Vernetzung von Interessierten

Die „UnILiON Open Talks“ sind ein Dialog-Format mit hochrangigen Vortragenden, hauptsächlich der EU-Institutionen, durch die das UnILiON-Netzwerk aktuelle Themen im Kontext der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik zu vertiefen sucht. Der Lunchtalk im April wurde in Zusammenarbeit mit der UnILiON-Arbeitsgruppe „Horizon Europe & Future Policy“ von der Brüsseler Vertreterin der Berlin University Alliance, Angelika Wilhelm-Rechmann, organisiert und online veranstaltet.

UnILiON plant, Interessierte zu dieser Diskussion zu vernetzen. Zum einen fördert das Netzwerk den Dialog zwischen den Open Talk-Teilnehmenden und unterstützt sie dabei, Netzwerke mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufzubauen. Bei Interesse organisiert UnILiON Online-Gespräche in Gruppen von fünf bis zehn Personen nach dem von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen „conversation Kit“. Interessierte können sich gern an Angelika Wilhelm-Rechmann wenden.