„Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch den Skeptikern zu zeigen, dass sich der gemeinsame Antrag auszahlt.“

Offizieller Startschuss: Am 1. November beginnt die Förderung der Berlin University Alliance als Exzellenzverbund. Ein Interview mit den Leitungen der beteiligten Einrichtungen.

01.11.2019

Die Leitung der Berlin University Alliance: Günter M. Ziegler, Präsident Freie Universität, Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender Charité, Sabine Kunst, Präsidentin Humboldt-Universität und Christian Thomsen, Präsident Technische Universität.

Die Leitung der Berlin University Alliance: Günter M. Ziegler, Präsident Freie Universität, Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender Charité, Sabine Kunst, Präsidentin Humboldt-Universität und Christian Thomsen, Präsident Technische Universität.
Bildquelle: Michael Fahrig

Im Juli wurde der Antrag der Berlin University Alliance bewilligt – am 1. November beginnt nun die Förderung in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Außerdem erhalten die am Verbund beteiligten Einrichtungen zusätzliche Mittel vom Berliner Senat. Im Interview sprechen die Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin, Professorin Sabine Kunst, der Präsident der Freien Universität Berlin und derzeit Sprecher des Universitätsverbundes, Professor Günter M. Ziegler, der Präsident der Technischen Universität Berlin, Professor Christian Thomsen, sowie der Vorstandsvorsitzende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Professor Heyo K. Kroemer, darüber, wie der Verbund nun weiter aufgebaut wird.

Dass vier so große Einrichtungen wie die drei Berliner Universitäten und die Charité in dieser Form zusammenarbeiten, ist ein vollkommen neuartiges Projekt. Was beschäftigt Sie derzeit besonders?

Sabine Kunst: In der Anfangsphase der Allianz müssen wir viele neue Prozesse aufsetzen und etablieren, um unsere vielfältigen Projekte über die Institutionengrenzen hinweg umzusetzen. Das beschäftigt uns derzeit besonders. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns hier auf dem richtigen Weg befinden. Wir haben ja als Berlin University Alliance schon vor dem Förderbeginn Ausschreibungen für gemeinsame wissenschaftliche Projekte mit unseren internationalen Partnern Oxford, Singapur und Melbourne angestoßen. Unsere erste Grand Challenge Initiative zum Thema Sozialer Zusammenhalt ist ebenfalls mit einem Pre-Call gestartet, so dass es jetzt mit dem Beginn der Förderung durch die Exzellenzstrategie richtig losgehen kann.

Heyo K. Kroemer: Sicherlich stellt uns diese neue Art der Zusammenarbeit bei all den Möglichkeiten auch vor Herausforderungen. Aber es geht uns um genau das: eine echte Zusammenarbeit, die mehr als ein loser Interessenverbund ist. Wir setzen gemeinsam um und gestalten.

Welche Erfahrung nehmen Sie aus der Antragsphase mit in den Verbund-Alltag?

Günter M. Ziegler: Wir haben gelernt, dass es hilfreich ist, die sehr unterschiedlichen Erfahrungen, strategischen Ziele und Interessen der verschiedenen Akteure in Einklang zu bringen. Am Ende sind es nicht Institutionen, die zusammenarbeiten, sondern Menschen: Da ist es wesentlich, dass man sich kennt, sich vertraut, sich unterstützt – die Kennenlernphasen und Einarbeitungsprozesse waren hier ausgesprochen wichtig und wertvoll.

Christian Thomsen: In der Antragsphase war für uns alle natürlich klar: es gibt ein Abgabedatum. Auf die Einreichung unseres gemeinsamen Antrags haben wir unseren Zeitplan ausgerichtet. Darauf lief alles zu. Jetzt haben wir mit dem Erfolg im Wettbewerb einen großen Gestaltungsspielraum gewonnen. Dieser will klug geplant und ausgefüllt sein. Daran arbeiten wir momentan. Das hört sich leichter an als es ist.

Feierten am 19. Juli den Exzellenz-Titel: Staatssekretär Steffen Krach, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Günter M. Ziegler, Christian Thomsen, Sabine Kunst und der damalige Charité-Vorstandsvorsitzende Karl Max Einhäupl.

Feierten am 19. Juli den Exzellenz-Titel: Staatssekretär Steffen Krach, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Günter M. Ziegler, Christian Thomsen, Sabine Kunst und der damalige Charité-Vorstandsvorsitzende Karl Max Einhäupl.
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Aufgrund des bundesweit hohen Antragsvolumens müssen alle Gewinner der Exzellenzstrategie mit weniger Geld auskommen. Die Kürzungen liegen bei etwa 17 Prozent. Wie wirkt sich das auf die Berlin University Alliance aus?

Günter M. Ziegler: Die Kürzungen schmerzen sehr, weil die Budgets für alle Projekte der Allianz bereits „auf Kante genäht” waren. Es wird nicht einfach, aber wir wollen trotzdem alle Maßnahmen im Antrag umsetzen. Das ist eine Herausforderung: Wir machen das jetzt mit kleineren Budgets und noch größerer Sparsamkeit – dafür aber mit noch mehr Kreativität.

Die Berlin University Alliance erhält pro Jahr außerdem eine Unterstützung vom Berliner Senat in Höhe von sechs Millionen Euro. Wofür werden diese Gelder eingesetzt?

Günter M. Ziegler: Die Senatsgelder sind konkret für zwei Ziele vorgesehen: Vier Millionen Euro pro Jahr stehen für die Arbeit an Fragen zu großen gesellschaftlichen Herausforderungen bereit, die wir uns als „Grand Challenges“ vorgenommen haben. Wie meine Kollegin eben schon sagte, mit dem Thema „Sozialer Zusammenhalt“ haben wir bereits mit einem Pre-Call mit großer Resonanz losgelegt und demnächst möchten wir auch gemeinsam Fragen zur „Globalen Gesundheit“ nachgehen. Die Zusammenarbeit wird interdisziplinär und institutionenübergreifend in „Einstein Research Units“ organisiert und finanziert werden.
Weitere zwei Millionen Euro pro Jahr werden für Dual-Career, Gleichstellung und Diversity investiert, insbesondere also für Angebote für Lebenspartnerinnen und -partner von neuberufenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und für Maßnahmen, die den Wissenschaftsraum Berlin noch attraktiver, familienfreundlicher und vielfältiger machen.

Gleichstellung, Chancengleichheit, Studium und Lehre und Internationalisierung sind Themen, die alle Verbundpartnerinnen bewegen. Wie kann man in diesen Bereichen zusammenarbeiten?

Günter M. Ziegler: Die Partnerinnen sind sehr unterschiedlich, und das gilt auch für die Konzepte und Projekte in all diesen Bereichen: Hier kann man viel voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen, aber auch zu größeren Leistungen anspornen, und das tun wir auch. Gemeinsam sind wir stärker! So umspannen die internationalen Partnerschaften und Kooperationsbeziehungen der drei Universitäten und der Charité die ganze Welt, und dadurch sind wir alle nicht nur gut vernetzt, sondern auch global präsent. Gemeinsam werden wir als „Global Player“ wahrgenommen, und sind dadurch zum Beispiel auch ein starker Partner für die renommierte University of Oxford, mit der wir als Berliner Universitätsallianz bereits 2018 eine strategische Partnerschaft eingegangen sind.

Christian Thomsen: Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit liegt in der Rekrutierung. So wollen wir gemeinsam die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Berlin gewinnen. Da setzen wir auch auf die Wahrnehmung als „Global player“, wie es Günter M. Ziegler umschrieb. Unser Verbund wird zahlreiche Chancen für den internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen, gerade auch für Wissenschaftlerinnen. Gemeinsam werden wir auch Standards entwickeln, die wir für gleichstellungsorientierte Berufungsverfahren oder für die Weiterentwicklung als familienfreundliche Universitäten einsetzen können. Mit diesen Maßnahmen soll sich Berlin national und international als Vorreiterin platzieren. Das ist unser Ziel.

Ist für den Verbund eine Geschäftsstelle geplant?

Günter M. Ziegler: Ja! Um sicherzugehen, dass alle beteiligten Akteurinnen und Akteure unserer vier Partnerinstitutionen an einem Strang ziehen, ist eine kleine, aber wendige und effektive Geschäftsstelle wichtig: Diese soll schon bald an den Start gehen und die erfolgreiche Arbeit der bisherigen Koordinierungsgruppen fortführen, die unsere Allianz im Wettbewerb betreut haben.

Sie haben es bereits kurz angesprochen: Für die Grand Challenge Initiative „Social Cohesion“ gab es eine Ausschreibung für Mittel zur Vernetzung und Themenerkundung. Warum wurde genau dieses Thema als erstes gewählt?

Christian Thomsen: Wir haben uns für dieses Thema entschieden, weil es unser gesellschaftliches Miteinander stark beeinflusst und das nicht nur in Deutschland. Das Thema ist sehr vielschichtig, sodass zahlreiche Wissenschaftsgebiete Beiträge, Projekte und Lösungen liefern können und angesichts der Wichtigkeit des Themas auch müssen. Wir versuchen nun, nicht nur Projektideen zu fördern, sondern auch unsere Forscherinnen und Forscher zu animieren, größere Vorhaben zu skizzieren.

Mit ihrem ersten Call im Rahmen der „Grand Challenge Initiative“ zum Thema „Social Cohesion“ fördert die Berlin University Alliance die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem Thema.

Mit ihrem ersten Call im Rahmen der „Grand Challenge Initiative“ zum Thema „Social Cohesion“ fördert die Berlin University Alliance die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem Thema.
Bildquelle: pixabay/ohurtsov

Wird es weitere vergleichbare häuserübergreifende Ausschreibungen geben?

Christian Thomsen: Im Frühjahr soll es einen weiteren Call zu diesem Thema geben. Dann geht es um umfangreichere Projekte, die gefördert werden können. In der Zwischenzeit kommt es darauf an, dass wir unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vier Häusern ermutigen, noch stärker als bisher über ihre Fachgrenzen hinaus Kontakte aufzunehmen, sich zu vernetzen, in ungewöhnlichen Bahnen zu denken. Dazu möchte ich aufrufen: Verlassen Sie ihre Fakultät oder ihren Fachbereich und beschreiten Sie neue Wege in der Kooperation! Den Rahmen dafür kann die Berlin University Alliance mit ihren Calls geben. 

Heyo K. Kroemer: Das kann ich nur bekräftigen. Die Chancen interdisziplinärer Forschung sind groß. Der Bereich „Globale Gesundheit“ als eines der zukünftigen Themen unserer Grand Challenge Initiative wurde ja bereits erwähnt. Es ist ein weiteres gutes Beispiel von „echter“ interdisziplinärer Forschung. Dabei wird es ausdrücklich nicht nur um medizinische Aspekte gehen. Im Gegenteil, die Berlin University Alliance erlaubt uns, durch die Vielfalt fachlicher Disziplinen die Frage nach Gesundheit und einer nachhaltigen Gesellschaft viel breiter zu behandeln. Auch Urbanisierung, Migration oder der Klimawandel spielen bei den Fragen nach der globalen Gesundheit eine wichtige Rolle.

Ein wichtiges Thema der Berlin University Alliance ist der Austausch mit der Gesellschaft. Welche Projekte plant der Verbund in diesem Bereich?

Sabine Kunst: Viele globale Herausforderungen ­– auch gerade solche, die wir mit den Grand Challenges-Initiativen adressieren wollen – können nur in einem Zusammenspiel von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich bearbeitet werden. Unser Konzept von Knowledge Exchange ist das eines wechselseitigen Austauschs von Forschenden mit anderen gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, verbunden mit dem Anspruch, auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Können Sie ein Projekt als Beispiel nennen?

Sabine Kunst: Wir planen langfristig angelegte Austauschformate, sogenannte Research-Foren, durchzuführen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kultur, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammenkommen. Gemeinsam stecken alle Beteiligten dann ein Themenfeld der Berliner Spitzenforschung mit inter- und transdisziplinären Ansätzen ab. Darüber hinaus wird der Verbund auch im Bereich Wissenschaftskommunikation stärker aktiv werden. Hier sind unterschiedliche Formate für die Interaktion mit der Öffentlichkeit geplant, aber auch die Verbesserung des Angebots zur Weiterbildung in Fragen der Wissenschaftskommunikation für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die erste Ausstellung auf den Flächen der Humboldt-Universität im Humboldt Forum wird die Spitzenforschung Berlins zum Thema haben, insbesondere die Exzellenzcluster werden hier mit ihren Themen vertreten sein und diese aktiv im Labor bespielen und diskutieren. Die Vermittlung von Forschungsinhalten aus der oft abgeschlossen wirkenden Wissenschaftswelt heraus ist insgesamt in diesem Themenfeld ein wichtiges Anliegen.

Die Wissenschaft hat mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen. Hier ist ein stärkerer Austausch wichtig, ein weiterer Aspekt ist mehr Aufklärung und Transparenz im Hinblick auf die Qualität von Forschung sowie die Entwicklung von Standards. Wie wird die Berlin University Alliance diesem wichtigen Feld begegnen?

Heyo K. Kroemer: Gerade in der heutigen Zeit sind verlässliche Fakten von besonderem Stellenwert, um die Bedingungen für eine nachhaltige Gesellschaft zu ermöglichen. Deshalb schauen wir uns verschiedene Dimensionen des Themas Forschungsqualität an. Die Qualität von Forschung hängt von den Rahmenbedingungen und Bewertungssystemen in der Wissenschaft ab. Dahinter stehen Fragen wie: Wie oft sollte ein Experiment wiederholt werden, um als reproduzierbar zu gelten? Welche Anreize können für Forschungsgruppen gesetzt werden, qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen und was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich „ein wertvolles Ergebnis”? Wie gehen wir mit „Negativresultaten“ um?

Keine Alternative zu Fakten: Die Berlin University Alliance setzt auf Forschungsqualität, um Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.

Keine Alternative zu Fakten: Die Berlin University Alliance setzt auf Forschungsqualität, um Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Auch in anderen Bereichen ist die Bündelung von Ressourcen geplant. Worauf kann der Verbund in diesem Bereich aufbauen?

Sabine Kunst: Die Verbundpartnerinnen haben bereits einige Erfahrungen damit gesammelt, wissenschaftlichen Mehrwert und wirtschaftliche Synergien durch die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastrukturen zu schaffen. Diese Ansätze zu systematisieren ist ein zentrales Anliegen des Verbundes. Wir sprechen hier darüber, das Kerngeschäft der Universitäten – Forschung, Lehre, Weiterbildung und Transfer – durch das Teilen vorhandener Ressourcen auf eine verbesserte Grundlage zu stellen. Wir wollen Mehrwert durch Teilen schaffen, um als Wissenschaftseinrichtungen unsere Leistungsfähigkeit und Attraktivität für Studierende, Lehrende und Forschende zu steigern. Unsere Pläne beziehen sich nicht nur auf die Schaffung von Voraussetzungen, die die gemeinsame Beschaffung von Forschungsinfrastrukturen, beispielsweise in Form von Großgeräten vereinfachen. Wir möchten den Zugang zu und die Nutzung von bereits vorhandenen Geräten und Dienstleistungen verbessern. Wenn wir in diesem Bereich klug agieren, werden wir auch als Einzelinstitutionen immens von der Zusammenarbeit profitieren.

Heyo K. Kroemer: Infrastrukturen sind eine Grundvoraussetzung für gute Forschung, ihre Bündelung und gemeinsame Nutzung bringen deshalb viele Vorteile. Das Potential dafür im Verbund ist enorm und würde für die Partnerinnen, aber auch den Wissenschaftsstandort Berlin einen erheblichen Mehrwert bieten

Die University of Oxford - hier mit einem ihrer Wahrzeichen, der Hertford Bridge - und die Berlin University Alliance haben 2017 den Aufbau einer strategischen Partnerschaft beschlossen.

Die University of Oxford - hier mit einem ihrer Wahrzeichen, der Hertford Bridge - und die Berlin University Alliance haben 2017 den Aufbau einer strategischen Partnerschaft beschlossen.
Bildquelle: Michael Beckwith / Pixabay 

Ein erstes Projekt der Berlin University Alliance war die Zusammenarbeit mit der Universität in Oxford. Bereits 2018 wurde hier ein Abkommen geschlossen. Wie wurde und wird diese Partnerschaft gelebt?

Heyo K. Kroemer: Die University of Oxford ist unser erster gemeinsamer internationaler Partner, eine kategorisch neue Form der Zusammenarbeit, über die wir uns sehr freuen. Seit Beginn ist auf verschiedenen Ebenen eine intensive Kooperation gewachsen. Von persönlichen Besuchen vor Ort und dem Kennenlernen der jeweiligen Strukturen, Menschen und Ziele über gemeinsame Forschungsprojekte bis hin zu der Planung eines Oxford-Hauses in Berlin und eines Berlin-Hauses in Oxford: in dieser Partnerschaft gibt es sehr viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Stolz sind wir auf die nun bereits zweite Ausschreibungsrunde für gemeinsame Wissenschaftsprojekte mit Oxford, die wie im ersten Durchgang mit 450 000 Euro ausgestattet ist. Im ersten Call wurden 29 partnerschaftliche Projekte bewilligt, die das Ziel verfolgen, über institutionelle, geografische und disziplinäre Grenzen hinweg gemeinsame Forschungsbereiche aufzubauen, im zweiten Call weitere 24 Vorhaben.

Worauf freuen Sie sich in der Zusammenarbeit als Berlin University Alliance besonders?

Sabine Kunst: Es ist ein gutes Gefühl, dass die Allianz nun beginnen kann, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Im Antragsverfahren haben wir uns mehr als zwei Jahre lang am grünen Tisch mit Plänen und Strategien beschäftigt. Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch den Skeptikern zu zeigen, dass sich der gemeinsame Antrag auszahlt.

Günter M. Ziegler: Ich freue mich besonders darauf, auch mit der Stadtgesellschaft in den Dialog zu treten und über die Forschungsvorhaben der Berlin University Alliance zu diskutieren.

Christian Thomsen: Ich freue mich auf einen regen und ehrlichen Austausch – zwischen den Präsidien, zwischen den Fakultäten oder Fachbereichen unserer Einrichtungen und hoffentlich auch zwischen unseren Studierenden. Natürlich freue ich mich auch auf viele Aha-Erlebnisse in dieser Zusammenarbeit. Die meisten davon, so mein Wunsch, werden von Freude und positiver Erkenntnis begleitet sein. Einige werden aber auch, und da bin ich Realist, mit Enttäuschung gepaart sein. Aber gerade auch diese werden uns weiterbringen, sowohl in der Wissenschaft als auch im gemeinsamen Miteinander.

Heyo K. Kroemer: Der Verbund bietet uns eine ganz besondere Möglichkeit – nämlich das Potenzial des Berliner Raums wesentlich besser zu nutzen. Ich freue mich darauf, mit der Berlin University Alliance eine neue Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zu schaffen, die ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft liefern wird und hoffentlich als Beispiel für den Aufbau vieler weiterer Verbünde dieser Art animiert.

Die Fragen stellten Nina Diezemann und Annika Middeldorf