Lehrkräftebildung

Alle Berliner Universitäten bieten Studienfächer für zukünftige Pädagoginnen und Pädagogen an. Ihre Ausbildung ist Teamarbeit.

Teamarbeit: Bei der Ausbildung und dem Lehrangebot für angehende Lehrinnen und Lehrer arbeiten die Berliner Universitäten eng zusammen.

Teamarbeit: Bei der Ausbildung und dem Lehrangebot für angehende Lehrinnen und Lehrer arbeiten die Berliner Universitäten eng zusammen.
Bildquelle: Michael Fahrig

An den Berliner Universitäten wird die Ausbildung von Lehrkräften für Grundschulen und weiterführende Schulen an Zentralinstituten organisiert. Die federführende Einrichtung an der Freien Universität ist die Dahlem School of Education (DSE), an der Technischen Universität Berlin ist es die SETUB (School of Education TU Berlin), an der Humboldt-Universität die Professional School of Education (PSE) und an der Universität der Künste Berlin das Zentrum für künstlerische Lehrkräftebildung (zfkl). Die Universitäten arbeiten übergreifend in mehreren Gruppen mit dem Ziel zusammen, die Ausbildung und das Lehrangebot für angehende Lehrinnen und Lehrer abzustimmen und weiterzuentwickeln.

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe Lehrerbildung koordinieren das Thema Lehrkräftebildung zwischen den Universitäten und den zuständigen Senatsverwaltungen und geben die Eckpunkte vor. Das Gremium befasst sich gemäß Lehrkräftebildungsgesetz mit der Qualität der Studiengänge. Zur Steuerungsgruppe gehören die Präsidentinnen und Präsidenten der Universitäten mit Lehramtsstudiengängen – stellvertretend die für das Thema zuständigen Vizepräsidentinnen und -präsidenten – sowie die für Schulwesen und Hochschulen zuständigen Senatorinnen und Senatoren in Berlin.

Schnittstelle zur Schulpraxis

Der Kooperationsrat dient als Schnittstelle zur Schulpraxis. Er wurde von der für das Schulwesen zuständigen Senatsverwaltung eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehören gemäß Lehrkräftebildungsgesetz unter anderem die Abstimmung der berufswissenschaftlichen Inhalte sowie der schulpraktischen Studien. Der Kooperationsrat setzt sich zusammen aus Vertreterinnen oder Vertretern der Zentralinstitute für Lehrkräftebildung an den Universitäten, Angehörigen der Schulpraktischen Seminare und der ausbildenden Schulen sowie Mitgliedern der für das Schulwesen zuständigen Senatsverwaltung.

Das Berliner Lehrkräftebildungsgesetzes ist auch Basis des 2016 eingeführten Praxissemesters für Lehramtsstudierende im Masterstudium. In mehreren Arbeitsgruppen, etwa zur Praktikumsplatzvermittlung, Lernbegleitung oder Lernforschung, stimmen sich die Berliner Universitäten mit der Senatsverwaltung organisatorisch und konzeptuell ab. Lehramtsstudierende profitieren von der Zusammenarbeit der Berliner Universitäten auch durch die Berliner Mentoring-Qualifizierung: Unterstützt durch Drittmittel der Senatsverwaltung werden bis 2020 etwa 1000 Lehrinnen und Lehrer als Mentorinnen und Mentoren ausgebildet, die Studierenden während ihres Praxissemesters begleiten. Das Qualifizierungsprogramm wurde bereits seit 2013 inhaltlich abgestimmt und erfolgt nach einem einheitlichen Ansatz.

Neben der Zusammenarbeit auf Ebene der Leitungen und Verwaltungen gibt es auch gemeinsame Projekte, zum Beispiel den Zukunftscampus – Neue Lehrkräfte für Berlin. Mit dieser Veranstaltung sollen junge Menschen für den Lehrberuf gewonnen werden, denn in Berlins Schulen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Das Projekt wird getragen von Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität Berlin sowie von der Universität der Künste, außerdem von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und dem Berliner Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, junge Menschen ab der Jahrgangsstufe 10 über das Lehramtsstudium zu informieren und ihnen Tipps für den Einstieg in das Studium an die Hand zu geben. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Informationen zum Aufbau eines Studiums, über mögliche Fächerkombinationen und zur Bewerbung. Sie können mit Lehramtsstudierenden über verschiedene Fächer sprechen und hören Wissenswertes über den Alltag an der Universität. In Workshops berichten Lehrerinnen und Lehrer aus ihrem Berufsalltag, und Fachleute aus der Studierendenberatung informieren über die Bewerbung an einer Universität und die Finanzierung eines Studiums. Der Zukunftscampus wird jährlich Ende Februar oder Anfang März im Wechsel an den Universitäten stattfinden.

Vorbereiten auf die Sprachenvielfalt im Klassenzimmer 

Mehr als 30 Prozent der Berliner Schülerinnen und Schüler lernen Deutsch als zweite Sprache; in der Familie sprechen sie ihre Herkunftssprache. Für einen Teil dieser Schülerinnen und Schüler, aber auch für einige Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist, sind die sprachlichen Anforderungen in der Schule eine Hürde. Das Ziel des Projekts Sprachen – Bilden – Chancen: Innovationen für das Berliner Lehramt war es deshalb, Lehrerinnen und Lehrer besser auf die Sprachenvielfalt in den Berliner Klassenzimmern vorzubereiten. Das gemeinsame Vorhaben von Humboldt-Universität, Freier Universität und Technischer Universität Berlin lief knapp drei Jahre bis 2017. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, Sprachbildung, Sprachförderung und Deutsch als Fremdsprache in der Ausbildung von Lehrkräften zu stärken. Für diesen Zweck wurden unter anderem die Module „Sprachbildung / Deutsch als Zweitsprache“ für Lehramtsstudierende ausgewertet und Vorschläge zur Weiterentwicklung für die Ausbildungsphasen Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung ausgearbeitet.