Geschlechterforschung

An der Freien Universität, der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind Einrichtungen zur Geschlechterforschung fest verankert und tragen zum breiten wissenschaftlichen Spektrum bei: An der Freien Universität ist das Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung angesiedelt, an der Technischen Universität das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, an der Humboldt-Universität das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und an der Charité das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin.

Diese und weitere Einrichtungen sind Teil der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg). Die afg versteht sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 als Kompetenznetzwerk und setzt sich für die Förderung von Geschlechterforschung an den Berliner Hochschulen ein.

Aktuelle Beispiele für die intensive Zusammenarbeit der Berliner Universitäten auf dem Gebiet der Gender Studies sind die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekte „GenderOpen – ein Repositorium für die Geschlechterforschung“ und „Recht – Geschlecht – Kollektivität: Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung“.

Ergebnisse der Geschlechterforschung besser zugänglich machen

Die vielfältigen Ansätze und Ergebnisse der deutschsprachigen Frauen- und Geschlechterforschung sollen in einem gemeinsamen Projekt zusammengeführt werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Technischen Universität Berlin dafür bislang eine halbe Million Euro für das gemeinsame Projekt GenderOpen – ein Repositorium für die Geschlechterforschung zuerkannt. Mithilfe dieser elektronischen Infrastruktur sollen die Ergebnisse der Geschlechterforschung zentral gesichert und für Wissenschaft und Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden; gleichzeitig soll eine Plattform für freies Publizieren in einem fächerübergreifenden Feld entstehen. Am Projekt beteiligt sind das Margherita-von-Brentano-Zentrum der Freien Universität Berlin (Projektleitung), das Zentrum Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin und das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Technischen Universität Berlin.

Recht, Geschlecht und Kollektive

Über ihr Förderformat „Forschergruppe“ hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Juli diesen Jahres den Projektverbund Recht – Geschlecht – Kollektivität: Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung bewilligt (Fördersumme 2018-2021 rund 2.5 Millionen). Beteiligt sind neben der Humboldt-Universität zu Berlin (Sprecherin), die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Berlin sowie die Universität Potsdam und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Soziologie, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Kulturwissenschaften und Geschichte untersuchen, wie in verschiedenen Kollektiven alltagsweltliche, institutionelle und rechtliche Praktiken aufeinandertreffen und welche Wechselwirkungen und Widersprüche entstehen. Sie nehmen insbesondere die geschlechtsspezifische und politische Dynamik in den Blick.