Chancengerechtigkeit

Die Chancengerechtigkeit der Geschlechter ist eine strategische Querschnittsaufgabe an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. An ihr arbeiten viele Akteurinnen und Akteure – von den Leitungen bis zu allen dezentralen Ebenen.

Eine wichtige Rolle kommt auch den haupt- und nebenamtlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zu. Ihre Arbeit ist sehr vielfältig: Sie begleiten Verfahren zur Einstellung einer studentischen Hilfskraft oder bei der Besetzung einer Professur, sie beraten in Konflikten, wirken in Gremien mit und sind an Veränderungsprozessen beteiligt, etwa an der Überarbeitung eines Studiengangs oder bei Personalentwicklungskonzepten. Gemeinsame Interessen und hochschulübergreifende Angelegenheiten der Gleichberechtigung werden in der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten der Berliner Hochschulen und Universitätsklinika des Landes Berlin gebündelt. Dieser Zusammenschluss der hauptamtlichen Frauenbeauftragten ist seit 1991 aktiv und bietet einen Rahmen für Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln.

Gleichstellung wirkt sich auf die Qualität von Forschung, Lehre und Verwaltung aus

Mit den Allgemeinen Gleichstellungsstandards verfügen die Berliner Universitäten und die Charité – Universitätsmedizin Berlin über eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Entwicklung ihrer Gleichstellungspolitik. Solche Standards sind wichtig und notwendig, da eine erfolgreiche Gleichstellungsstrategie zu einem deutlichen Mehrwert führt: Gleichstellung wirkt sich auf die Qualität von Forschung, Lehre und Verwaltung aus, da alle Fähigkeiten anerkannt und vielfältige Talente einbezogen werden können. Deshalb wurden die Allgemeinen Gleichstellungsstandards in Berlin mit dem Ziel vereinbart, strukturelle Barrieren für Frauen abzubauen, Gleichstellungsziele auf allen Ebenen zu verankern und den Führungskräften die Verantwortung für die Konkretisierung und Umsetzung der Standards zu übertragen. Um vielfältige Perspektiven in Forschung und Lehre zu integrieren und gleichstellungspolitische Ziele an den Universitäten zu verwirklichen, werden einschlägige Erkenntnisse der Geschlechterforschung einbezogen.

An den Berliner Universitäten ist der Anteil von Frauen an den Professuren im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. Um Frauen mit dem Berufsziel Professorin auf ihrem Weg zu unterstützen, wird seit dem Jahr 2004 das Programm ProFiL. Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre: Mentoring – Training – Networking ausgeschrieben. Durch das gemeinsame Projekt der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität und der Humboldt-Universität sind seit seiner Gründung mehr als 450 Wissenschaftlerinnen unterstützt worden. Durch Mentoring, passgenaue Seminare und strategische Vernetzung werden die Teilnehmerinnen ein Jahr lang dabei unterstützt, ihre berufliche Entwicklung voranzubringen und sich auf künftige Führungs- und Managementaufgaben vorzubereiten, die mit einer Professur verbunden sind. Diesem Gedanken von Vernetzung und Austausch verpflichtet ist auch das Programm für die Wissenschaftlerinnen in der Universitätsmedizin, welches im Mentoring Competence Center der Charité – Universitätsmedizin Berlin verankert ist.

Die Berliner Universitäten haben seit Langem Erfahrungen mit gemeinsamen Forschungsverbünden. Deshalb hat sich zwischen den Einrichtungen ein Austausch etabliert, um bestmöglich bei Forschungsanträgen zur Integration von Gleichstellungsaspekten zu beraten und dabei zu unterstützen, einzelne Maßnahmen umzusetzen. So können sich Antragstellerinnen und Antragsteller von Forschungsprojekten an allen Standorten in den entsprechenden Stellen beraten lassen. Auch einzelne Maßnahmen – etwa zur beruflichen Förderung von (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen – stehen allen Mitgliedern der hochschulübergreifenden Verbünde offen, unabhängig davon, welcher Institution sie angehören. Die Akteurinnen und Akteure der Gleichstellungsberatung bauen die Kooperation kontinuierlich aus.

Gleichstellungskonzept und -strategie der Einrichtungen