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Liste der in der „Sonderausschreibung: Pandemie“ geförderten Projekte

„App-basiertes Online-Monitoring von sozialem Zusammenhalt und psychischer Gesundheit während der SARS-CoV2-Pandemie“

Hauptantragsteller: Prof. Dr. med. Mazda Adli (Charité – Universitätsmedizin Berlin)


„Depression and Cohesion in COVID19 pandemic times (DESCOCO)“

Hauptantragsteller: Prof. Dr. Malek Bajbouj (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Die DESCOCO Studie geht der Frage nach, inwieweit die Bedrohung durch und die notwendigen Interventionen gegen die COVID-19 Pandemie bei vulnerablen Individuen zu verstärktem emotionalen Stress und Veränderungen in der Wahrnehmung von sozialer Kohäsion führen. Um diese Frage zu beantworten, werden in drei bereits bestehenden bundesweiten Kohorten von Patientinnen und Patienten mit affektiven Störungen und Individuen mit Autismus prospektiv über einen Zeitraum von sechs Monaten an zwei zusätzlichen Zeitpunkten entsprechende Parameter erhoben.


„Getting things done in a City on hold. How SARS-COV-2 affected Practices of Urban Care“

Hauptantragstellerin: Prof. Dr. Talja Blokland-Potters (Humboldt-Universität zu Berlin)

Jeder, der schon einmal an einen Ort gegangen ist, ohne ursprünglich den Plan gehabt zu haben, dort nach Rat zu suchen – zum Beispiel für einen Scheidungsanwalt, eine zuverlässige Autowerkstatt, einen sehenswerten Film oder den Umgang mit einem schlecht schlafenden Baby –, der weiß: Unterstützung entsteht nicht nur dann, wenn wir aktiv nach ihr suchen, sondern auch als Nebeneffekt von etwas anderem. Was passiert also, wenn wir unter den COVID19-Beschränkungen nicht an unsere Lieblingsplätze gehen und Menschen treffen können, wie wir es normalerweise tun? Dieses Projekt misst die Lockdown-Effekte auf die Soziabilität und die (trans)lokalen Netzwerke durch eine große Online-Umfrage unter den Einwohnerinnen und Einwohnern Berlins. Es fragt insbesondere: Wie haben die flächendeckenden Antworten auf SARS-COV-2 in einer Stadt, die ein Flickenteppich ist, funktioniert? Haben sie zu neuen Ungleichheiten geführt und könnten diese in Zukunft vermieden werden?

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„Soziale Kohäsion in Krisenzeiten – Die Corona-Pandemie und anti-asiatischer Rassismus in Deutschland“

Hauptantragstellerin: Prof. Dr. Naika Foroutan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Frage, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf Rassismus gegenüber asiatisch gelesenen Menschen in Deutschland hat. Wir greifen auf ein Mixed-Method-Design zurück, das eine quantitative Befragung mit experimentellen Elementen und eine qualitative Tagebuchstudie kombiniert. Unser Fokus liegt sowohl auf der Untersuchung von zentralen Erklärungsmechanismen in der Gesamtgesellschaft als auch den Konsequenzen von Diskriminierungserfahrungen bei den betroffenen Personen.

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„Potenziale der Zivilgesellschaft – Solidarisches Verhalten bei der Krisenbewältigung“

Hauptantragsteller: Prof. Dr. Swen Hutter (Freie Universität Berlin)

Das Projekt SolZiv untersucht Ausmaß und Bedingungen solidarischen Verhaltens in zivilgesellschaftlichen Formen während der Corona-Pandemie. Einerseits gibt es einen enormen Bedarf an Formen solidarischen Verhaltens, andererseits nehmen Kontaktverbote den klassischen Formen des Engagements die Grundlage. Wie löst die Zivilgesellschaft dieses Dilemma auf?


„Cognitive and behavioural coping strategies among people at higher risk of COVID-19-pandemic-related distress“

Hauptantragstellerin: Dr. Shuyan Liu (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Diese Studie zielt darauf ab, das Verständnis des Stress- und Entspannungsverhaltens im alltäglichen Leben zu vertiefen. Stress und Entspannung können im alltäglichen Leben von Person zu Person unterschiedliche Auswirkungen haben. Das Team möchte die Umwelteinflüsse auf körperliche und seelische Reaktionen untersuchen, die durch eine extreme Situation, in diesem Fall die Corona-Pandemie, ausgelöst werden.

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„Eine Längsschnittstudie zu interindividuellen Unterschieden in Wohlbefinden und Compliance während der Corona-Krise“

Hauptantragsteller: Prof. Dr. Patrick Mussel (Freie Universität Berlin)

Die geplante Studie befasst sich mit interindividuellen Unterschieden im Erleben und Verhalten während der Corona-Krise. Im Fokus stehen das individuelle Wohlbefinden als wichtiger Aspekt der psychischen Gesundheit sowie Compliance – das Ausmaß, in dem sich Personen an die Verhaltensrichtlinien halten – als Verhaltensmaß. In einer Längsschnittstudie werden Persönlichkeitsindikatoren, erhoben vor der Krise, als Prädiktoren des Erlebens und Verhaltens sowie deren Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit untersucht.

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„Solidarität mit Solo-Selbständigen_ Ambivalenzen der Soforthilfen“

Hauptantragstellerin: Dr. Isabell Stamm (Technische Universität Berlin)

Solo-Selbstständigen, also jene Selbstständige ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wird im Zuge der von Bund und Ländern eingeführten Soforthilfeprogramme zur Stützung der deutschen Wirtschaft in Zeiten der Pandemie ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Allerdings birgt sowohl die Auflage dieses Programms als auch dessen Inanspruchnahme Ambivalenzen für die gesellschaftliche Akzeptanz der politischen Maßnahme ebenso für die Solo-Selbstständigen als soziale Gruppe. In diesem qualitativen Forschungsprojekt erforschen wir eben diese Ambivalenzen aus einer Innen- und Außenperspektive und identifizieren auf diese Weise gesellschaftliche Bedingungen für die Akzeptanz von Hilfen für spezifische Gruppen, was zur sozialverträglichen Bewältigung zukünftiger Krisen beiträgt.

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„Raumpolitiken in Zeiten der SARS-CoV-2 Pandemie“

Hauptantragsteller: Prof. Dr. Jörg Stollmann (Technische Universität Berlin)

Das Projekt untersucht raum-politische Handlungen und deren emotionale Besetzung als Reaktion auf die aktuelle Pandemie. In der Studie werden die unterschiedlichen Handlungslogiken auf staatliche-, institutionelle- und alltagspraktische Konditionen in Deutschland und Südkorea miteinander verglichen. Ziel der Forschung ist es, Möglichkeiten alternativer Reaktionsmuster auf die Pandemie auszuloten. Durch einen interdisziplinären Ansatz, der Kommunikationswissenschaften und Architektur/Städtebau verknüpft, befasst sich das Projekt sowohl mit physischen sowie mit digitalen Räumen.


„Social Distancing und neue Raumformen der Interaktion“

Hauptantragsteller: Dr. René Tuma (Technische Universität Berlin)

Im Rahmen des Projekts werden videografische Aufzeichnungen hergestellt, mittels derer die neuen Raum- und Interaktionsformen des „Social Distancing“ dokumentiert werden. Ziel ist es, darauf aufbauend das Verständnis komplexer, kulturell und situativ organisierten Dynamiken von öffentlichen Begegnungen im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen und Hygienemaßnahmen genauer zu verstehen. Die Studie erhebt deutschlandweit fokussiert und vergleichend Daten relevanter Alltagssituationen im öffentlichen Raum.

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„Job Crafting – eine Möglichkeit für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit Beschäftigter in Zeiten sozialer Distanzierung?“

Hauptantragstellerin: Dr. Jenny Sarah Wesche (Freie Universität Berlin)

Infektionsschutz-bedingtes Arbeiten aus dem Homeoffice kann zu erheblichen Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit führen: Gewohnte Arbeitsmittel, Kommunikationsmöglichkeiten und ein eigener Arbeitsplatz sind nicht immer gegeben und beispielsweise fehlende Kinderbetreuung, mangelnde soziale Kontakte und Bedrohungsempfinden durch die Pandemie können zusätzliche Stressoren darstellen. In diesem Projekt werden wir erforschen, ob und wie Beschäftigte diese Herausforderung durch proaktives Verhalten bewältigen können und wie sie dabei durch ihre Führungskräfte (virtuell) unterstützt werden können.


„Auswirkungen der Corona-Pandemie auf elterliche Gesundheit, Erziehungsstress und häusliche Gewalt“

Hauptantragstellerin: Dr. Sibylle Winter (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Das Ziel der Untersuchung ist die Erfassung der elterlichen Gesundheit und Belastung während der Corona-Pandemie sowie des Zusammenhangs mit dem Erziehungsverhalten sowie mit dem Auftreten von häuslicher Gewalt. Geplant ist eine Online-Eltern-Befragung in der Allgemeinbevölkerung und eine face-to-face Eltern-Befragung in Risikogruppen zu den Themen Gesundheit, Erziehung und Gewalt, in diesem Jahr dreimalig alle zwei Monate und 12 Monate nach der Pandemie. Zudem soll zeitgleich deutschlandweit erstmals die Inanspruchnahme in den medizinischen Kinderschutzeinrichtungen erfasst werden und mit den Kinderschutzzahlen des Vorjahreszeitraum sowie mit Kinderschutzzahlen der Jugendhilfe und der Polizeistatistik vergleichen werden.

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