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Nina Lorkowski

Referentin Berlin Student Research Opportunities Programx (StuROPx) im Cross-Cutting Theme: Teaching and Learning

01.12.2020

Nina Lorkowski

Nina Lorkowski
Bildquelle: Christian Kielmann

Lehre und Lernen sind ein Querschnittsthema innerhalb der Berlin University Alliance (BUA), das die Zusammenarbeit in Lehre und Studium institutionenübergreifend stärkt und die Einbindung von Studierenden fördert. Ein Kernangebot ist das Student Research Opportunity Programx (StuROPx). Das Programm wird forschungsorientierte Lehrangebote und Projekte im Rahmen des forschenden Lernens mit verschiedenen Formaten stärken und ausbauen. Im Oktober 2020 startete die erste Ausschreibung von X-Student Research Groups und X-Tutorials für Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die promovierte Wissenschaftlerin Nina Lorkowski ist seit dem 22. Juni 2020 als Referentin für das StuROPx (Cross-Cutting Theme: Teaching and Learning) zuständig. Zuvor war sie Koordinatorin der Projektwerkstätten/tu-projects an der Technischen Universität Berlin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Technikgeschichte und Leiterin eines Projektlabors (HistLab) im Orientierungsstudium MINTgrün.

Frau Lorkowski, Sie sind seit Juni als Referentin für das Student Research Opportunity Programx zuständig. Was können wir uns genau darunter vorstellen?

StuROPx eröffnet Studierenden die Möglichkeit, selbstständig wie auch gemeinsam mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern zu forschen. Im Zentrum des Programms stehen zwei Formate: Zum einen die Förderung studentisch initiierter und organisierter Projekte, die sogenannten X-Tutorials. Das sind ein- oder zweisemestrige Forschungstutorien, in denen sich Studierende im Team einem Thema widmen. Zum anderen gibt es die durch Promovierende und PostDocs angeleiteten X-Student Research Groups. Hier können Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre eigene Forschung in Form von Seminaren in die Lehre tragen.

Beide Formate zielen darauf ab, Studierenden möglichst früh im Studium Gelegenheit zu geben, Forschungserfahrungen zu sammeln. Sie erweitern ihr Fach- und Methodenwissen in der praktischen Anwendung, dürfen Umwege gehen, Fehler machen und finden eigenständig Lösungen. StuROPx wird außerdem studentischer Forschung im Rahmen des Exzellenzverbundes mehr Sichtbarkeit verleihen. Denn ab Herbst 2021 werden wir jährlich die Berlin Conference for Student Research ausrichten. Hier wird studentische Forschung in unterschiedlichen Formaten präsentiert werden. Wir hoffen sehr, dass die Konferenz Mitte/Ende kommenden Jahres wieder in Präsenz stattfinden kann, da uns vor allem der persönliche Austausch sehr wichtig ist.

Sie arbeiten in einem Querschnittsbereich, dem Cross-Cutting Theme Teaching and Learning. Wie kooperieren Sie mit den anderen Schwerpunktbereichen des Verbunds?

StuROPx ist das zentrale Angebot der BUA zur Verbindung von (Spitzen-)Forschung und Lehre und hat Anknüpfungspunkte zu vielen Bereichen. So können etwa Forschende, die im Rahmen der Grand Challenge Initiatives gefördert werden, eine X-Student Research Group anbieten und Studierende in ihre Forschung einbinden. Ich finde es besonders wichtig, dass dieses Format auch einen Beitrag zur Profilbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses leistet. Promovierende und Postdocs die eine X-Student Research Group leiten, sammeln Erfahrungen in der Leitung einer (studentischen) Forschungsgruppe. Außerdem erweitern die Leiterinnen und Leiter dieser Forschungsseminare ihr Lehrportfolio – in Verbindung mit dem eigenen Forschungsprojekt und ohne die oftmals empfundene Konkurrenz zwischen Lehrtätigkeit und Forschung. So ergeben sich auch Verbindungen zu Objective 4: Promoting Talent.

Die StuROPx-Formate richten sich an Studierende mit besonderem Forschungsinteresse. In Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen aus Objective 4 planen wir, diese Studierenden frühzeitig über Wege zur Promotion zu informieren. Ganz konkret ist auch eine Kooperation mit Objective 3: Advancing Research Quality and Value angedacht. Beispielsweise sollen das Programmkomitee für die Berlin Conference for Student Research, in dem auch Studierende federführend mitwirken, für die Themen Forschungsqualität in Peer Review Prozessen sensibilisiert werden oder Workshops für die Leiterinnen und Leiter der X-Tutorials und X-Student Research Groups zum Thema Forschungsqualität angeboten werden.

Die Studierenden sind ja an den Verbundinstitutionen eingeschrieben – den drei großen Berliner Universitäten und der Charité? Kooperieren Sie daher auch über den Exzellenzverbund hinaus?

Ohne eine enge Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Lehre- und Studium der vier Häuser sind die im Rahmen von StuROPx geförderten Formate gar nicht umsetzbar! Mehr als 113.000 Studierende sind in 581 Studiengängen der Verbundpartnerinnen eingeschrieben. Sie alle sollen die Möglichkeit haben, an den neuen Formaten teilzunehmen und dafür Leistungspunkte zu erhalten. Die Mitarbeitenden der Studienabteilungen der Verbundeinrichtungen unterstützen uns maßgeblich dabei, Fragen nach der Anrechenbarkeit der erbrachten Leistungen, Modulzuordnungen und Ähnliches zu klären, um das zukünftig gewährleisten zu können.

Womit sind Sie gerade beschäftigt?

Wir, das heißt meine Kollegin Julia Rueß und ich, sind gerade mitten in der ersten Ausschreibungsrunde für die X-Student Research Groups und X-Tutorials, die im Sommersemester starten sollen. An den Informationsveranstaltungen dazu haben mehr als 200 interessierte Forschende und Studierende teilgenommen, um sich zur Antragstellung beraten zu lassen. Und natürlich bin ich sehr gespannt, welche Tutorinnen und Tutoren und welche Nachwuchsforschenden gefördert werden. Anfang des kommenden Jahres werden wir es den Betreffenden mitteilen können.

Dann werden wir auch für die Projekte eine auf das Format zugeschnittene Fortbildung anbieten und Treffen zwischen den Projekten im Semesterverlauf organisieren. Wir werden also auch im regelmäßigen Austausch mit den spannenden Projekten stehen! Auf diesen inhaltlichen Austausch mit Forschenden und Studierenden aus allen Häusern und Disziplinen freue ich mich sehr.

Was macht Ihrer Meinung nach die Berlin University Alliance nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch für Studierende interessant?

Die Exzellenzinitiative – der Vorgänger der jetzigen Exzellenzstrategie – wurde dahingehend kritisiert, dass die Förderung nicht im Alltag der Studierenden angekommen sei, also herausragende Leistung in der Forschung gefördert wurde, jedoch beispielsweise der Mehrwert für die Lehre nicht beachtet wurde. Die Berlin University Alliance misst der Verbindung von Forschung und Lehre dagegen eine wichtige Bedeutung bei und StuROPx ist die zentrale Maßnahme in dieser Richtung. Viele denken bei studentischer Forschung ausschließlich – und wenn überhaupt – an Studierende im fortgeschrittenen Masterstudium. StuROPx fördert schon frühzeitig forschungsinteressierte Studierende und gibt ihnen die Möglichkeit, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen.

Nach fünf Monaten im Verbund: Was macht Ihnen bis jetzt am meisten Spaß an Ihrer Arbeit?

Mit StuROPx bietet die Berlin University Alliance Studierenden etwas an, das nach meiner Erfahrung von studentischer Seite sehr gewünscht wird, das es aber in dieser Form oder in diesem Umfang noch nicht gibt: die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema des eigenen Interesses auseinanderzusetzen, eigenverantwortlich ein Projekt umzusetzen und Forschungserfahrung zu sammeln sowie in aktuelle Spitzenforschung eingebunden zu werden. Gleichzeitig können wir dabei auf die langjährige Erfahrung mit verschiedenen Formaten forschenden Lernens und forschungsorientierter Lehre in den Partnereinrichtungen der BUA zurückgreifen. Es ist einfach spannend, ein solches Programm mit aufbauen zu können.

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