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Sammlungsdaten als Forschungsdaten – Potenziale universitärer Sammlungen für Wissenschaft und Forschung

Lightning Talk

Yong-Mi Rauch (HU Berlin)

Die über 100 Lehr- und Forschungssammlungen in der Berlin University Alliance bewahren eine große Vielfalt wissenschaftlicher Objekte – von naturkundlichen Präparaten über historische Instrumente bis hin zu kulturellen Artefakten. Mit ihnen steht an den über die Stadt verteilten Standorten der Freien Universität, der Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität und Charité – Universitätsmedizin Berlin, eine reichhaltige Ressource bereit.
Die Digitalisierung der Bestände und ihre Bereitstellung über Sammlungsportale erlauben es, diese Ressource zudem über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg sichtbar und damit für weitere, auch transdisziplinäre, Forschungen nutzbar zu machen. Neben digitalen Repräsentationen wie Fotografien, umfassen die Sammlungsdaten zu den vielfältigen Objekten, die von Mineralien über Modelle bis hin zu Lehrbilddias reichen, Metadaten, d.h. unter anderem Informationen zur Materialität, Datierung und taxonomischen Einordnung sowie zur Provenienz und Nutzungsgeschichte.
Der Vortrag beleuchtet, was Sammlungsdaten zu Forschungsdaten macht und welche Anforderungen sich daraus bei der Digitalisierung für deren Erfassung und Standardisierung sowie die Qualitätssicherung und langfristige Bereitstellung ergeben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Daten zu universitären Sammlungsobjekten so aufbereitet werden können, dass sie disziplinübergreifend auffindbar, interoperabel und nachnutzbar sind. Dabei spielen etablierte Metadatenstandards und persistente Identifikatoren sowie die Open Access-Bereitstellung eine zentrale Rolle. Anhand von Beispielen aus dem Digitalen Netzwerk Sammlungen, in dem die vier Partnereinrichtungen der BUA zusammenarbeiten, wird im Beitrag gezeigt, wie die standardisierte Erfassung sowie die Verwendung von Normdaten und kontrollierten Vokabularen in der Praxis funktionieren.
Ausgewählte Beispiele aus den Berliner Universitätssammlungen erlauben darüber hinaus auch aufzuzeigen, wie Sammlungsdaten in unterschiedlichen Forschungskontexten eingesetzt werden – etwa für Provenienzforschung oder die digitale Vernetzung verteilter Bestände. Gleichzeitig werden in dem Beitrag die Herausforderungen diskutiert, die sich aus heterogenen Datenmodellen, historisch gewachsenen Dokumentationspraktiken und unterschiedlichen fachlichen Anforderungen ergeben.
Der Vortrag versteht Sammlungsdaten nicht als bloßes Begleitprodukt physischer Objekte, sondern als eigenständige Forschungsressource. Ihre nachhaltige Pflege, Anreicherung und Bereitstellung eröffnet neue Möglichkeiten für transdisziplinäre Forschung, digitale Methoden und den institutionsübergreifenden Wissensaustausch.